Da immer mehr elektronische Geräte im Fahrzeug miteinander arbeiten müssen, ist eine einheitliche Kommunikation extrem wichtig geworden. Der CAN-Bus, ein einheitliches Netzwerk-System im Auto, macht dies möglich.

In den letzten 30 Jahren mutierten Autos zu wahren Datenproduzenten. Neben der Verbesserung der Mechanik konzentrierte sich die Forschung auch immer mehr auf die Elektronik im Auto.

Der CAN-Bus im Auto

Mit der Fülle an elektronischen Komponenten im Auto stiegen natürlich auch die Anforderungen an die Leitungen, die diese Kommunikation übertragen mussten.

In den Achtzigern arbeitete Bosch an einer Lösung für dieses zunehmende Kabelwirrwarr – schließlich waren Kabellängen von 2 Kilometern für ein einziges Auto ökonomisch nicht mehr sinnvoll. Man spricht sogar von einer regelrechten Kabelkrise.

Es war die Geburtsstsunde des CAN-Bus. Mithilfe dieses Systems sprechen nun alle vernetzten Teile im Auto dieselbe Sprache.

Was ist der CAN-Bus?

CAN steht für Controller-Area-Network. Mit dem Einsatz des CAN-Bus Systems werden Steuergeräte oder Sensoren miteinander vernetzt und die Kommunikation untereinander auf einer einheitlichen Plattform sichergestellt.

Über zwei miteinander verdrillte Datenleitungen werden die Botschaften mit bis zu 1Mbit pro Sekunde zwischen den Komponenten im Fahrzeug ausgetauscht.

Wofür brauchen wir den CAN-Bus?

Durch diese Form der Kommunikation ist möglich, auch komplexe Vorgänge im Fahrzeug zu steuern. Der Einsatz des CAN-Bus hat vor allem wirtschaftliche Gründe:

  • Durch den CAN-Bus lässt sich eine übergreifende Kommunikation im Fahrzeug wirtschaftlich und einfach realisieren, jeder Sensor kann mit jedem Steuergerät sprechen

  • „Upgrades“ und Systemerweiterungen sind sehr einfach zu lösen

  • Die Kommunikation über den CAN-Bus ist dank eines internen Fehlermanagements extrem sicher und wenig krisenanfällig.

  • Geringerer Verkabelungsaufwand

  • Bessere Fehlererkennung, bessere Diagnosemöglichkeiten

  • Nach der Behebung eines Kurzschlusses läuft das System sofort weiter

can-bus-auto-befehl.jpgAlles, was du im Auto machst, wird von Steuergeräten verarbeitet

Multitasking für bis zu 50 Steuergeräte

Vergleichbar ist das Bus-System mit einer Telefonkonferenz. Während ein Teilnehmer seine Informationen über die Leitung kommuniziert, können die anderen diese einfach mithören und bei Bedarf für sich nutzen.

Je moderner das Auto, desto mehr Geräte müssen vernetzt werden. PKWs der Oberklasse verfügen mittlerweile nicht selten über bis zu 50 Steuergeräte.

Jedes dieser Geräte verfügt über eine einheitliche Schnittstelle, die an den Bus angeschlossen ist.

Im CAN-Bus werden Prioritäten über Wichtigkeit und somit Reihenfolge der Daten gesetzt. Sogenannte „Identifier“ sorgen dafür, dass die Informationen schließlich von den richtigen Geräten verarbeitet werden.

Der CAN-Bus betreibt also genau genommen kein Multitasking, sondern regelt alles schön der Reihe nach. Bei den neuesten Entwicklungen im Fahrzeugbau (und mit den neuen Anforderungen der Videotechnik) stößt er deshalb auch allmählich an seine Grenzen.

Warum gibt es zwei Datenleitungen?

Die Datenübertragungskapazität des CAN-Bus ist begrenzt. Da nicht jedes Kommando im Auto die gleiche Wichtigkeit hat (Motordaten sind z.B. wesentlich wichtiger als die Klimaanlage), werden verschiedene Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung genutzt.

Deshalb gibt es zwei Datenleitungen. Genau genommen gibt es also mehrere Busse in einem Auto, die für verschieden wichtige Dinge zuständig sind.