Für eine effektive Wegfahrsperre kannst du 25 Euro ausgeben oder aber auch gerne mal über 300 Euro. Es gibt die verschiedensten Systeme und Funktionsweisen. Entweder klein und unauffällig oder aber neongelb an einem der Räder befestigt, sprechen die verschiedenen Systeme auch ganz andere Zielgruppen an. Gehörst du zu denen, die lieber von vornherein klar machen wollen, dass sich der Versuch des Diebstahls nicht lohnt oder sicherst du deinen Besitz lieber unauffällig?

Wegfahrsperre.jpgNicht schön, aber effektiv - so werden Diebe bereits von vornherein abgeschreckt.

Autodiebstahl in Deutschland

Ganz gleich, zu welcher der Gruppen du gehörst; eine Wegfahrsperre sollte dir helfen, nicht zu den 18.659 Autobesitzern zu gehören, welchen im Jahr 2015 ihr Auto gestohlen wurde. Die meisten Autofahrer erwischt es dabei in Nordrhein-Westfahlen. Mit 4433 gestohlenen Autos führt das Bundesland die traurige Statistik an. Es folgen Berlin (3223 Autos), Niedersachsen (1795 Autos) und Brandenburg (1414 Autos). Die Aufklärungsquote seitens der Polizei lag 2015 bei 27 %. Den Grund hierfür kann man darin vermuten, dass die gestohlenen Fahrzeuge recht schnell ins Ausland gebracht werden.

BKA-Weg-gestohlener-Autos.pngWohin werden gestohlene deutsche Pkw gebracht? Quelle: Bundeslagebild Kfz-Kriminalität 2015

Welche Systeme für die Wegfahrsperre gibt es?

Grundsätzlich muss man zwischen zwei Zielgruppen für die Wegfahrsperre unterscheiden. Die erste richtet sich gezielt gegen Diebe und soll diese davon abschrecken, das Auto zu entwenden. Die zweite wird dagegen von Behörden eingesetzt, um säumige Zahler zum Umdenken zu motivieren. Diese werden in Form von Ventilsperren eingesetzt und sind außerordentlich wirkungsvoll. So hat beispielsweise die Stadt Krefeld in knapp 2 Jahren 148.000 Euro von säumigen Kunden eintreiben können.

Fast jedes Auto verfügt über eine elektrische Wegfahrsperre, denn diese ist seit dem 1. Januar 1998 gesetzlich vorgeschrieben. In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist demnach definiert:

StVZO § 38a

„Personenkraftwagen sowie Lastkraftwagen, Zugmaschinen und Sattelzugmaschinen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3,5 t – ausgenommen land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen und Dreirad-Kraftfahrzeuge – müssen mit einer Sicherungseinrichtung gegen unbefugte Benutzung, Personenkraftwagen zusätzlich mit einer Wegfahrsperre ausgerüstet sein. Die Sicherungseinrichtung gegen unbefugte Benutzung und die Wegfahrsperre müssen den im Anhang zu dieser Vorschrift genannten Bestimmungen entsprechen.“

Je nachdem, wie alt dein Fahrzeug ist, hast du bereits eine elektronische Wegfahrsperre eingebaut. Zur Erweiterung stehen dir drei Systeme zur Verfügung. Der wohl bekannteste Vertreter aus dieser Reihe der Diebstahlsicherungsysteme ist die Lenkradkralle. Diese gibt es bereits für 25 Euro. Die Sperre ist bereits von außen Auto sichtbar und bietet so einen zusätzlichen Abschreckungsmoment. Sollte sich ein Dieb allerdings wirklich in den Kopf gesetzt haben, dass genau dein Auto sein nächstes Ziel ist, wird er einfach dein Lenkrad knacken.

Welche Wegfahrsperre hilft wirklich?

Eine wirkungsvollere Methode, das Auto gegen Diebstahl zu sichern, bietet hingegen die Gangschaltungssperre. Mit einem Kostenpunkt von circa 400 Euro ist das zwar eine sehr große Investition, allerdings auch eine sehr wirkungsvolle Methode. Mal eben sind diese Systeme nicht auszubauen oder lahmzulegen.

Die vielleicht vielversprechendste Hilfe sind jedoch OBD-Protektoren. Diese verschließen den OBD2-Port, welcher für ein spurloses und dezentes Entwenden sehr wichtig ist. Jeder Dieb wird vor dem Losfahren mit dem Fahrzeug diesen Port prüfen und dort vorhandene Stecker zu entfernen versuchen. Mit 100 Euro für ein qualitativ hochwertiges Gerät musst du dafür in jedem Fall rechnen. Der Stecker wird den Dieb zwar davon abhalten, in den Bordcomputer einzudringen, Dinge aus deinem Auto wird er aber trotzdem problemlos stehlen können:


Da hilft auch eine Wegfahrsperre nicht mehr – das komplette Auto wurde entkernt

Quellen:

- KFZ-Kriminalität. Bundeslagebild 2015

- BILD