Eine auslaufende Flüssigkeit am Auto bedeutet meistens, dass etwas nicht stimmt. Wenn du dich nicht rechtzeitig kümmerst, können die Folgen für dein Fahrzeug sogar ziemlich schlimm sein. Wir erklären, worauf du bei Flecken unter dem Auto achten musst und wann es Zeit ist, einzugreifen.

Jede Flüssigkeit in deinem Fahrzeug erfüllt einen wichtigen Zweck. Wenn du unter deinem Auto also Flecken findest, dann solltest du dies nicht ignorieren. Allzu oft handelt es sich beim Leck am Auto nicht um harmloses Kondenswasser, sondern um ein wichtiges Liquid.

Mein Auto tropft – was tun?

Als erstes musst du feststellen, um welche Flüssigkeit es sich handelt. Der Ort der undichten Stelle am Auto lässt sich dadurch leichter finden. Farbe, Geruch, Oberfläche und Konsistenz des ausgetretenen Liquids helfen dir bei der Diagnose.

1. Benzin läuft aus

Ölflecken auf Asphalt 2Foto von Jesse Bowser auf Unsplash

Wenn Benzin oder Diesel aus dem Auto läuft, dann bemerkst du dies am starken Geruch und der leicht öligen Konsistenz. Beim Betrachten der Pfütze unter dem Auto gegen das Licht kannst du sie außerdem in Regenbogenfarben schimmern sehen.

Ursachen:

Undichte Anschlüsse an der Benzinpumpe, gerissene Schläuche oder ein oxidierter Kraftstofffilter können die Ursachen für auslaufendes Benzin sein. Tatsächlich gibt es aber sogar Kriminelle, die dir ein Loch ins Auto bohren, um deinen Sprit zu klauen.

Maßnahmen:

  • Alle austretenden Flüssigkeiten mit Bindemittel oder Sägespänen aufnehmen.
  • Bitte mit auslaufendem Sprit nicht mehr weiterfahren – du gefährdest sonst dich und andere.
  • Lasse zu deiner eigenen Sicherheit Arbeiten an den Kraftstoffleitungen nur von einem Profi durchführen. Deshalb: Ab in die Werkstatt!

2. Öl tropft aus dem Auto

Frau mit Lappen und Putzeimer vor AutoAufwischen reicht nicht! Bei auslaufendem Motoröl musst du oft sogar die Feuerwehr benachrichtigen.
Foto von Grafis Gusulsel auf Unsplash

Braune, ölige Flüssigkeit, die sich unter deinem Auto sammelt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auslaufendes Motoröl. Auch das etwas hellere Getriebeöl und die Hydraulikflüssigkeit der Servolenkung kommen in Frage.

Ursachen:
Oft sind Mängel an Leitungen und verbundenen Aggregaten Schuld an einem Öl-Leck. Auch eine kaputte Zylinderkopfdichtung, defekte Dichtungen an Ventildeckeln, Ölwanne oder der Kurbelwelle könnten die Ursache für auslaufendes Öl sein. Schrauben können sich im Laufe der Jahre lockern, Dichtungen können porös werden. Eine schnelle Fehlercodeanalyse zeigt dir bestenfalls, ob es bereits Probleme mit dem Getriebe gibt.

Maßnahmen:

  • Öl darf unter keinen Umständen ins Grundwasser gelangen. Lege Decken und Tücher aus, um eine weitere Verbreitung und ein Einsickern des Öls zu verhindern. Wenn du den Verdacht hast, dass das Öl bereits in den Boden gesickert ist, informiere umgehend die Feuerwehr, damit Folgeschäden für Menschen, Tiere und Umwelt eingedämmt werden können.

  • Auf keinen Fall weiterfahren. Es drohen die Komplettzerstörung deines Autos und große Umweltschäden durch die Verschmutzung.

  • Folgende Teile gilt es zu überprüfen: Luftfilter und Ansaugrohre, Ölwanne und -filter, Kurbelwelle, Ventildeckel

  • Sollte sich auf dem ausgelaufenen Motoröl weißer Schaum gebildet haben, ist Wasser ins Öl gelangt (oder andersherum). In diesem Fall sollte auch das Kühlsystem überprüft werden.

  • Nach der Behebung eines Öl-Lecks empfehlen wir zur Sicherheit eine Motorwäsche.

3. Auslaufende Bremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeit läuft ausFoto: Shutterstock

Wenn die austretende Flüssigkeit leicht nach Benzin riecht, aber eine grünliche Farbe hat und in der Nähe eines Autoreifens zu finden ist, dann handelt es sich wahrscheinlich um Bremsflüssigkeit.

Ursachen:

Die Hydraulikflüssigkeit kann tatsächlich überkochen und aus dem Ausgleichsbehälter laufen. Dies passiert meist, wenn die Flüssigkeit schon alt ist und Wasser gezogen hat. Auch können bei älteren Autos Leitungen gerostet sein und Schläuche undicht werden. Teilweise können auch defekte Staubschutz-Manschetten auf den Bremskolben zu überquellender Bremsflüssigkeit führen.

Maßnahmen:

  • Bremsflüssigkeit mit Ölbindemittel im Sondermüll entsorgen.

  • Nicht weiterfahren. Selbst, wenn nur ein Teil der Flüssigkeit ausgelaufen ist und die Bremse sich noch nicht durchtreten lässt: Mit zu wenig Bremsflüssigkeit im System kannst du beim Kuppeln und Bremsen weitere Schäden auslösen.

  • Ab in die Werkstatt. Von einer Do-It-Yourself-Reparatur raten wir ab, da nach einer Reparatur des Lecks das komplette Bremssystem entlüftet werden müsste.

4. Kühlflüssigkeit läuft aus

shutterstock_676549255.jpgFoto: Shutterstock

Ein süßlicher Geruch in Verbindung mit einer wasserartigen, leicht schmierenden Flüssigkeit deutet auf auslaufendes Kühlmittel hin. Diese Glykol-Flecken können verschiedene Farben haben: Rot, grün oder blau sind die gängigsten. Am Flüssigkeitsstand im Ausgleichsbehälter und in deinem Performance-Monitor kannst du sehen, ob dein Auto zu wenig Kühlwasser hat und sich bei laufendem Motor zu sehr aufheizt.

Ursachen:

Vielleicht hat ein Marder deine Leitungen im Auto angeknabbert. Auch könnte einfach ein Schlauch lose sein, der nur wieder befestigt werden muss. Manchmal beschädigen aber auch kleine Steine oder Rost den Kühler und machen ihn undicht. Auch der Keilriemen kann Schuld sein, wenn Kühlwasser ausläuft: Er ist unter anderem dafür zuständig, der Wasserpumpe beim Transport des Kühlmittels zu helfen.

Maßnahmen:

  • Glykolflüssigkeit mit Sand o. ä. aufsaugen und im Sondermüll entsorgen

  • Kontrolliere den Ausgleichsbehälter bei kaltem Motor (Achtung, bei heißem Motor besteht Verletzungsgefahr durch den Überdruck im Kühlwasserbehälter), fülle unter Umständen Kühlwasser nach, um bis zur Werkstatt zu kommen, wenn du die Ursache nicht selbst beheben willst.

  • Kontrolliere die Kühlwasserschläuche auf Löcher und Risse sowie die Wasserpumpe des Kühlers.

  • In der Werkstatt wird an diesem Punkt der Diagnose das Kühlsystem unter Druck gesetzt, um undichte Stellen zu finden. Wenn du also selbst das Leck nicht findest, kann der Profi schnell helfen.