Das Finanzamt sieht in deinem Dienstwagen einen Teil deines Lohnes. Deshalb kann der Firmenwagen für dich steuerlich ganz schön teuer werden. Wie du diesen „geldwerten Vorteil“ reduzieren kannst, erklärt dir die PACE-Redaktion.

Geldwerter Vorteil bei Firmenwagen – was ist das?

Sobald du von deinem Arbeitgeber die Erlaubnis hast, deinen Dienstwagen auch privat zu nutzen, ist dir bereits ein geldwerter Vorteil entstanden. Nach § 2 I LStDV (Lohnsteuer-Durchführungsverordnung) zählen geldwerte Vorteile als Arbeitslohn.

Geschäftsmann sitzt auf seinem AutoEndlich ein Firmenwagen. Aber freu dich nicht zu früh – Das Finanzamt hält die Hand auf.
Foto: Alora Griffiths auf Unsplash

Andere geldwerte Vorteile

Unfallkosten:
Wenn du während einer Privatfahrt einen Unfall baust und dein Arbeitgeber auf seine Schadensersatzansprüche verzichtet, lässt das Finanzamt dich die Unfallkosten als zusätzlichen Arbeitslohn versteuern.

Arbeitsgeräte:
Geschenkte Laptops, Smartphones oder Computer können als geldwerter Vorteil steuerlich zusätzlich dein Konto belasten.

Personalrabatt:
Über den Freibetrag von 1.080 Euro im Jahr hinausgehende Rabatte werden als geldwerter Vorteil angesehen.

Bonusmeilen:
Wenn du beruflich viel fliegst und dadurch Bonusmeilen sammelst, liegt der Freibetrag ebenfalls bei 1.080 Euro im Jahr.

Monatskarte für den Nahverkehr:
Hier liegt ein utopischer Höchstbetrag von 44 Euro vor. Wenn deine vom Arbeitgeber bezahlte Fahrkarte diese übersteigt, muss der Gesamtbetrag versteuert werden. Dies gilt auch für Tankgutscheine.

Geldwerten Vorteil nicht versteuern

Solltest du von deinem Recht auf die private Nutzung deines Dienstwagens gar keinen Gebrauch machen wollen, so lasse dir in deinem Arbeitsvertrag die private Nutzung ausdrücklich verbieten.

Das ist deine einzige Chance, der extra Versteuerung des Firmenwagens zu entgehen. Andernfalls droht dir eine Strafe.

Mit dem Firmenwagen steuern sparen

Ein Dienstwagen wird direkt über die Lohnabrechnung und grundsätzlich mit der 1 %-Regelung versteuert. Ohne Beachtung der tatsächlich gefahrenen Kilometer wird hier also für die private Nutzung pauschal 1 % des Fahrzeuglistenpreises als Arbeitslohn angesetzt.

Diese Ungerechtigkeit musst du aber nicht hinnehmen. Dein Weg zu mehr Kontrolle: Das Führen eines eigenen Fahrtenbuchs.

Fahrtenbuch oder 1 %-Methode?

Welche Methode für dich die günstigere ist, um den geldwerten Vorteil deines Firmenwagens möglichst gering zu halten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In unserem Artikel "Fahrtenbuch oder 1 %-Regelung gehen wir näher darauf ein und helfen dir beim Sparen.

Frau mit ihrem FirmenwagenFoto: Taneli Lahtinen auf Unsplash

Geldwerten Vorteil reduzieren

Steuern sparen beim geldwerten Vorteil kannst du aber auch anders:
Wenn du z. B. gelegentlich die Benzinrechnung, eine Garagenmiete oder andere Kosten rund um das Firmenauto bezahlst, dann reduziert das ebenfalls den geldwerten Vorteil.

Alternativ kann dich auch ein an deinen Arbeitgeber gezahltes "Nutzungsentgelt" von der zusätzlichen Steuerlast befreien.

Welche Vorteile müssen nicht in die Steuererklärung?

Die Liste der zu versteuernden geldwerten Vorteile ist lang. Dennoch gibt es noch immer viele Arbeitgeberleistungen, die du nicht bei der Steuer angeben musst. Dazu gehören:

Fortbildungen:
Wenn deine Firma dich zu ihren Gunsten und in Zusammenhang mit deinem Beruf fortbildet, dann gilt dies nicht als geldwerter Vorteil.

Führerschein:
Auch die berufliche Anordnung, einen Führerschein zu machen, verschafft dir keine steuerlichen Nachteile. Zwar wird hier von einem geldwerten Vorteil gesprochen, aber dieser ist steuerfrei.

Geschenke:
Wenn ein Geschenk deines Chefs nichts mit deiner beruflichen Tätigkeit zu tun hat, es sich also z. B. um einen Blumenstrauß zum Geburtstag handelt, dann ist dies für dich bis zu 60 Euro im Jahr steuerfrei.

Gesundheit:
Wenn dein Arbeitgeber die Kosten für sportliche Aktivitäten oder Massagen zur Gesundheitsförderung trägt, dann ist dies bis zu 500 Euro im Jahr steuerfrei, sofern die gesponserte Maßnahme eine besondere berufliche Beanspruchung ausgleicht.

Kinderbetreuung regulär:
Unter der Voraussetzung, dass dein Kind noch nicht zur Schule geht und auch nicht zu Hause betreut wird, ist die Übernahme der Betreuungskosten durch den Arbeitgeber steuerfrei. Die Höhe der Kosten ist hierbei egal.

Notfallbetreuung Kind:
Wenn dein Kind krank wird und spontan eine Betreuung benötigt, dann kann dein Arbeitgeber 600 Euro dazugeben, ohne dass dir dadurch ein steuerlicher Nachteil entsteht.

Arbeitgeberdarlehen:
Bis zu 2.600 Euro kannst du steuerfrei als zinslosen Kredit (oder auch mit sehr günstigen Zinsen) von deinem Arbeitgeber bekommen.

Umzug:
Wenn du beruflich in eine andere Stadt ziehen musst, ist die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber für dich steuerfrei.

Wie du siehst, gibt es rund um den geldwerten Vorteil nicht nur schlechte Nachrichten. Und bei aller Wut über die hohen Steuergabgaben in Deutschland darfst du nie vergessen: Der Staat sorgt für deine Sicherheit und bietet dir jede Menge öffentliche Leistungen.






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