Ist dein Auto kaputt, fährst du damit in die Werkstatt deines Vertrauens. Dort wird dann nach allgemeinem Verständnis so lange daran gearbeitet, bis der Fehler behoben ist. Du bezahlst, fährst nach Hause und die Sache hat sich erledigt. Doch ganz so einfach ist es mittlerweile nicht mehr, einen Fehler zu finden und zu beheben. Was tust du, wenn deine Werkstatt dir partout nicht helfen kann?

Komplexe Elektronik erschwert Fehlersuche

Zugegeben; früher war es wirklich einfacher. Wollte das Auto nicht mehr anspringen oder machte komische Geräusche, wurde die Motorhaube geöffnet und mit etwas Glück war das Problem gleich gefunden. Berühmte Tipps, wie das Mitführen einer Nylonstrumpfhose, damit ein gerissener Keilriemen übergangsweise ersetzt werden kann, zeugen von einer einst friedlichen Koexistenz von Fahrer und Gefährt.

Der Seidenstrumpftest von Spiegel TV zeigt: Heute hat das Utensil ausgesorgt.

Öffnest du heute die Motorhaube deines Audi, VW oder BMW findest du dort auf den ersten Blick keine Mechanik mehr, denn sauber durchgestyltes Hartplastik verdeckt das Herz deines Liebsten. Ohne Werkzeug hast du keine Chance, da auch nur irgendwo einen möglichen Fehler zu finden. Doch nicht nur Aussehen und Zuverlässigkeit der Mechanik hat sich gewandelt. Immer mehr Elektronik am und im Fahrzeug sorgt für immer neue potentielle Fehlerquellen. Hast du beispielsweise einen Defekt an deinem Parksensor, wird dein smartes Auto dir einen Hinweis geben. Allerdings wird es dir nicht unbedingt sagen, woran das liegt. Also auf zur Werkstatt, damit dort der Fehler gefunden und behoben werden kann!

Ein Fehler und unzählige mögliche Ursachen

Als erstes wird dein Ansprechpartner in der Werkstatt natürlich das Fehlerlesegerät anstöpseln, um eine mögliche Ursache für den gemeldeten Defekt zu finden. Leider ist es nicht immer möglich, für genau ein Symptom auch gleich die passende Diagnose zu finden. Möglicherweise ist das Kabel defekt, der Kontakt unterbrochen, die Bordspannung müde oder aber der Sensor selbst weist einen Fehler auf, da beispielsweise beim letzten Waschgang zu viel Wasser hineingeraten ist.

Jede Stunde, die der Mechaniker mit der Fehlersuche beschäftigt ist, kostet natürlich Geld. Je länger die Suche dauert, desto höher musst du demnach auch die Kosten kalkulieren. Kann die letztendliche Diagnose erst nach der dritten Überprüfung einer möglichen Ursache gefunden werden, ist meist schon viel Zeit verstrichen und die Rechnung wird dem entsprechend hoch sein. Doch ist der Fehler dann behoben, hat sich der Fall für beide Seiten erledigt.

Wenn die Werkstatt den Fehler nicht findet

Eine Werkstatt ist generell dazu angehalten, dir keine unnötigen Kosten bei der Suche nach der Ursache eines Fehlers zu verursachen und diese systematisch durchzuführen (Oberlandesgericht Köln, Az. 2 U 25/76). Kann die Werkstatt die Ursache der Fehlermeldung partout nicht finden, bist du natürlich trotzdem verpflichtet, die Arbeitszeit der Mechaniker zu vergüten sowie auch die Arbeitsmittel, die eingesetzt wurden.

Am ehesten ist die Sinnhaftigkeit des Vorgehens gegeben, wenn du den Arbeitsauftrag an die Werkstatt schriftlich erteilst. Im Falle eines späteren Streites kann ein Gutachter so nachprüfen, ob die Werkstatt sich an die handwerklich vorgegebene Systematik gehalten hat.
Wird die eigentliche Ursache des Fehlers nicht beseitigt, wird die Meldung sicherlich wieder auftreten. Um sicherzugehen, kannst du noch weitere Werkstätten aufsuchen und einfach hoffen, dass ein Mechaniker die rettende Idee hat. Allerdings wird sich dies recht schnell zu einem sehr teuren Vorgehen entwickeln.

Wofür muss eine Werkstatt haften?

Fehlersuche selbst in die Hand nehmen!

Schon lange kannst du Diagnosegeräte erwerben, mit denen du über den OBD2-Port selbst den Speicher auslesen kannst. Das Gerät wird dir einen mehrstelligen Code anzeigen, mit dem du weiter erst einmal nichts anfangen kannst. Im nächsten Schritt musst du also herausfinden, was genau die kryptischen Ziffern bei genau deinem Hersteller darstellen. Hast du herausgefunden, was genau die Fehlermeldung ist, bist du der Lösung sicherlich einen guten Schritt nähergekommen. Aber um zu wissen, welche Korrektur nun genau erforderlich ist, musst du weiterhin recherchieren.

fehlersuche-per-hand.jpg
Bevor die Werkstatt das Auto auseinanderbaut, wird zuerst nach Fehlercodes gesucht

Mittlerweile gibt es auf dem Markt immer mehr Geräte, mit denen du diese Diagnose selbst durchführen kannst. Allerdings sind nur die wenigsten davon tatsächlich alltagstauglich und bieten dir auch gleichzeitig die Möglichkeit einer entsprechenden Dateninterpretation. Diese ist beispielsweise über PACE problemlos möglich. Die Fehlercode-Analyse bietet dir zudem gleich Lösungsvorschläge, um den Fehler selbst beheben zu können. Sollte dies nicht gelingen, ist natürlich eine Werkstatt aufzusuchen. Doch auch hier kann PACE dich unterstützen. Da du deine Fahrzeugdaten mit deinem Smartphone stets bei dir führst, kannst du der Werkstatt somit schon einen wichtigen Hinweis auf den Fehlerverlauf geben.

Sämtliche Inhalte auf unseren Internetseiten werden mit der größten Sorgfalt recherchiert. Wir können dennoch keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der auf unserer Seite bereitgestellten Informationn übernehmen. Die Artikel – insbesondere die Beiträge zum Recht – stellen keine Rechtsberatung dar. Bei Streitfällen ist die Konsultation eines Anwaltes in Anspruch zu nehmen.