Wenn du gerade einen Autounfall hattest, sitzt dir der Schock erstmal tief in den Knochen. Daher ist es gut, wenn du dich vorher über die korrekte Vorgehensweise informierst. Die PACE-Redaktion erklärt dir, was du nach einem Autounfall alles beachten musst.

Plötzlich kracht und scheppert es – Autounfälle passieren täglich, allein in Deutschland kommt es zu über 4 Millionen im Jahr. Bei einem Unfall ist es wichtig, richtig vorzugehen, denn es gibt einiges danach zu beachten: Beginnend beim sachgemäßen Verhalten an der Unfallstelle bis hin zur Meldung bei der Versicherung. Mit der richtigen Vorgehensweise bleiben dir viel Ärger und auch Kosten erspart.

Was musst du bei einem Autounfall als erstes tun?

Warndreieck aufstellen

Unfallstelle absichern

Am Wichtigsten bei einem Autounfall ist es, dass du zuallererst die Unfallstelle absicherst. Dies bedeutet:

  • Fahrzeugbeleuchtung einschalten (v. a. die Warnblinkanlage)
  • Warnweste anziehen
  • Warndreieck aufstellen: in ca. 200 Meter Entfernung

Wie weit entfernt du das Warndreieck aufstellen musst, hängt davon ab, wo du dich befindest. Innerorts reicht eine Entfernung von ca. 50 Metern, auf einer Landstraße sollte sie ca. 100 Meter betragen und auf der Autobahn 150–400 Meter.

Erste Hilfe leisten

Nachdem du die Unfallstelle abgesichert hast, leistest du – sofern nötig – erste Hilfe und verständigst den Notruf und die Rettungskräfte unter der 110 oder 112.

Falls du selbst verletzt wurdest und nicht mehr in der Lage sein solltest, alleine einen Krankenwagen zu rufen, kann dir der "eCall", ein Notrufsystem, das Leben retten. Ab dem 1. April 2018 müssen neu typgeprüfte Fahrzeuge mit dem eCall ausgerüstet sein, bei älteren Modellen kannst du ein alternatives Notrufsystem z. B. mit PACE einfach nachrüsten.

Allgemeine Unfallabwicklung

Vorab: Bei geringfügigen Schäden, kannst du dein Auto aus der Gefahrenzone entfernen. Bei größeren Schäden solltest du jedoch die Polizei benachrichtigen und den Unfall von ihr aufnehmen lassen.

So solltest du bei der Unfallabwicklung vorgehen:

  • Lasse dir die Ausweispapiere des Unfallgegners zeigen und fotografiere sie am besten ab
  • Auch solltest du Folgendes abfotografieren: Kennzeichen, Anschrift des Fahrzeughalters bzw. auch des Fahrers, wenn dies nicht die selbe Person ist, Versicherung und Vertragsnummer. Zudem solltest du dir auch die Namen und Anschrift möglicher Zeugen notieren.
  • Fotografiere den Unfallort und die beteiligten Fahrzeuge: Mache zum einen übersichtliche Fotos vom gesamten Unfallort, zum anderen auch von den Spuren des Unfalls (wie Bremsspuren auf der Straße) und auch detaillierte Bilder von den Schäden an den Autos.
  • Fertige optimalerweise gemeinsam mit den anderen Involvierten eine Unfallskizze an und verfasse einen Unfallbericht. Hierfür eignet sich sehr gut der Europäische Unfallbericht, den du am besten immer im Handschuhfach haben solltest.

Achtung: Benachrichtige deine Versicherung innerhalb einer Woche, sonst kann sie die Zahlung verweigern.

Tipp: Falls der Unfallverursacher dir nicht seine zuständige Versicherung nennen will, kannst du diese über den Zentralruf der Autoversicherer unter der kostenfreien Rufnummer (0800) 2502600 ermitteln lassen.

Musst du bei einem Autounfall immer die Polizei rufen?

Polizei

Nein. In folgenden Fällen solltest du jedoch die Polizei hinzuziehen:

  • Wenn Personen verletzt wurden oder zu Schaden gekommen sind
  • Bei schweren Sachschäden
  • Wenn Unfallbeteiligte unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stehen
  • Wenn die Schuldfrage unklar ist
  • Wenn einer der Fahrer im Ausland wohnt bzw. ein Fahrzeug im Ausland zugelassen ist
  • Wenn sich auf der Straße Öl oder Glasscherben befinden
  • Wenn Beweise aufgenommen werden müssen

Wichtig: Notiere dir immer den Namen und die Dienststelle der Beamten für eventuelle Rückfragen.

Was wenn du alleine am Unfall beteiligt warst?

So seltsam dies zuerst klingen mag, solche Unfälle mit nur einem Beteiligten passieren häufiger als gedacht.

Parkplatzschäden: Enge Gassen auf dem Parkplatz, zu dicht aneinander geparkte Autos oder einmal die Kurve nicht ganz gekriegt und schon hast du einen Schaden verursacht. Dann kannst du ja einfach einen Zettel hinter den Scheibenwischer stecken und das wird sich dann schon regeln, richtig? Falsch. Auf gar keinen Fall darfst du sofort weiter fahren, sondern musst einen angemessenen Zeitraum lang abwarten, nämlich mindestens 30 Minuten, ob der Fahrer des beschädigten Autos zurückkommt. Passiert dies nicht, musst du deine Daten am Unfallort hinterlassen (Zettel mit Anschrift unterm Scheibenwischer) und zur nächsten Polizeidienststelle fahren, um den Unfall zu melden. Daher gilt: Nur der Zettel reicht nicht aus, sonst gilt dies als Fahrerflucht.

Wildwechsel: Wenn du ein Wildtier angefahren hast, musst du auch hier warten und die Polizei informieren. Fährst du einfach weiter, gilt dies zwar nicht als Fahrerflucht, aber du verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Wenn du das Tier mitnehmen solltest, begehst du Wilderei und dies ist eine Straftat.

Unfall im Ausland – und was jetzt?

Auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten. Deswegen ist vor einer Reise ins Ausland besonders wichtig, dass du nochmal deinen Versicherungsschutz überprüfst und nachschaust, für welche Länder dieser gilt. Was du auf jeden Fall mitnehmen solltest:

  • Grüne Versicherungskarte: Auf ihr sind alle wichtigen Informationen zu deiner Versicherung festgehalten, wodurch die Abwicklung eines Unfalls im Ausland erheblich vereinfacht wird. Falls du noch keine hast, kannst du sie kostenlos bei deinem Versicherer anfragen. Sie ist zwar nicht mehr überall für deutsche Autofahrer im Ausland Pflicht, aber es gibt dennoch einige Ausnahmen: Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Estland, Lettland, Malta, Mazedonien, Polen, Rumänien, Serbien und Montenegro sowie Tschechien.
  • Europäischer Unfallbericht: Du solltest am besten immer ein Exemplar in deinem Handschuhfach haben. Wenn du im Ausland unterwegs bist, solltest du auch zusätzlich eines in der jeweiligen Landessprache mitführen.
  • Schutzbrief: Er ist eine Ergänzung zu deiner Kfz-Versicherung und bietet zusätzliche unterstützende Maßnahmen bei einem Autounfall. Wenn er kein Bestandteil deiner Versicherung sein sollte, lohnt es sich darüber nachzudenken, diese um einen Schutzbrief zu erweitern. Er beinhaltet unter anderem Pannenhilfe, Abschleppdienst, Bergungsarbeiten, Übernachtungskosten und einen Mietwagen für die Rückreise bei Diebstahl.







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