23 Stunden am Tag steht ein Auto im Durchschnitt ungenutzt auf seinem Parkplatz. Theoretisch könntest du mit deinem Fahrzeug also nebenbei Geld verdienen. Die PACE-Redaktion erläutert Vorteile und Risiken von privatem Carsharing.

Laut Berechnung des ADACs kostet ein Kleinwagen ca. 320 Euro im Monat – viel Geld für wenig Nutzen. Private Carsharing-Plattformen werben deshalb mit der umweltbewussteren und kostensparenden Möglichkeit der privaten Autovermietung.

Was ist privates Carsharing?

Fahrzeugbesitzer können ihren Wagen mithilfe einer Onlineplattform gegen Bezahlung vermieten. Im Gegensatz zum kommerziellen Carsharing (wie z. B. bei Car2Go und DriveNow) geht es beim privaten Carsharing vor allem um die Aufteilung der monatlich anfallenden Pkw-Kosten zwischen Privatpersonen.

Privates Carsharing wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch Peer-to-Peer-Carsharing oder private Autovermietung genannt.

AutoschlüsselFoto: Roland Denes auf Unsplash

Wie funktioniert die private Autovermietung?

Das Konzept des Teilens eines Privatwagens ist einfach: Abhängig von der Plattform zahlst du als Mieter entweder nach Tagessatz oder nach gefahrenen Kilometern.

Sobald die Anfrage eines Mieters per App von dir akzeptiert wird, trefft ihr euch zur Fahrzeugübergabe. Dort kontrolliert ihr zusammen den aktuellen Tankfüll- und Kilometerstand und auch eventuelle Schäden am Fahrzeug. Die Bezahlung erfolgt bargeldlos z. B. über Paypal.

Da es auf Dauer lästig ist, einen Termin für die Schlüsselübergabe zu finden, wurde bei einigen privaten Carsharing-Unternehmen bereits nachgerüstet: Bei Drivy kannst du z. B. dank der im Fahrzeug eingebauten Technik „Drive Open“ einfach per Smartphone das Auto mieten, öffnen und gleich losdüsen.

Greift die Kfz-Versicherung beim Carsharing?

Die großen privaten Vermittler wie Drivy und Snappcar kooperieren u. a. mit der Allianz-Versicherung. Damit bist du als Mieter vollkasko- und haftpflichtversichert und hast auch zusätzlich den Mobilitätsschutz.

Letzterer beinhaltet eine Pannenhilfe vor Ort oder einen Abschleppdienst, die Übernahme der Fahrt- oder Übernachtungskosten. Da diese Versicherung nur während des Mietzeitraumes greift, bleibst du – im Falle eines Unfalles – bei deiner eigenen Autoversicherung, sofern du eine hast, schadensfrei.

Als Vermieter läuft es mit deiner Versicherung ähnlich ab: Vermietest du dein Auto, wird deine eigentliche Autoversicherung durch die Vollkaskoversicherung des Peer-to-Peer-Anbieters für den Zeitraum der Vermietung ersetzt.

Informiere dich vor der ersten Vermietung unbedingt bei deiner eigenen Kfz-Versicherung, ob du dein Auto überhaupt weitervermieten darfst. Einige Versicherungen verbieten dies ausdrücklich. Schlimmstenfalls drohen dir Regressansprüche der Autoversicherung und eine Verschlechterung der Schadensfreiheitsklasse (SFK).

Lohnt sich privates Carsharing für mich?

Die Vor- und Nachteile des privaten Carsharings in der Übersicht:

Pro
Kontra
Autohaltungskosten können abgegeckt werdenEvtl. versteckte Kosten (Kleingedrucktes lesen)
Einfache Abwicklung Restrisiko bleibt
Versicherung ist inklusiveEinnahmen werden durch Abnutzung geschmälert.
Umweltfreundlich und platzsparendBei häufigem Vermieten evtl. steuerpflichtig

Peer-to-Peer-Carsharing Anbieter in Deutschland

Bei uns gibt es verschiedene private Carsharing-Anbieter. Sie finanzieren sich durch die Provisionen, die bei der Vermietung anfallen und bieten (meist) Preise unter Mietwagenniveau. Einige Beispiele:

ParkplatzmangelAls Carsharing-Teilnehmer kannst du aktiv gegen den Platzmangel in den Städten kämpfen und auch etwas für die Umwelt tun. Foto: Alev Takil auf Unsplash

Damit du dich im Carsharing-Dschungel besser zurechtfindest, haben wir dir einige Anbieter herausgesucht.

Snappcar

Mit 400.000 angemeldeten Nutzern und knapp 45.000 Autos ist Snappcar einer der größten Player in Deutschland. Bei Snappcar legst du als Vermieter die Preise fest, dein Auto kann über die Plattform stunden- oder tageweise gemietet werden. Der Versicherungspartner von Snappcar ist die Allianz.

Drivy

In Deutschland sind über 200.000 Nutzer bei Drivy registriert. Auch lassen sich bereits über 1.750 Autos ohne Schlüssel, also nur mit der Drivy Open App, vermieten und öffnen. Drivy kollaboriert mit der Allianz-Versicherung. Die Autos werden tageweise vermietet, wobei für dich als Vermieter immer eine 30-prozentige Gebühr der Endsumme einer jeden Vermietung anfällt.

Getaway

Bei Getaway kannst du ganz unkompliziert das Fahrzeug per App mieten und öffnen. Dies geschieht dank einer sogenannten Telematik-Einheit, die kostenlos in dein Fahrzeug eingebaut wird. Jedoch berechnet das Unternehmen ab dem zweiten Monat 39 Euro/Monat für die Deckung seiner Unkosten, falls das Fahrzeug für weniger als 120 Stunden im Monat freigegeben wird. Versichert bist du hier über die Gothaer. Die Preise legst du als Fahrzeughalter selbst fest, aber hier wird pro Kilometer berechnet: in der Regel ab 40 Cent.

Turo

Das amerikanische Start-up ist mit weltweit fast sechs Millionen registrierten Nutzern und 230.000 Fahrzeugen in über 5.500 Städten das größte der hier vorgestellten. 2009 gegründet, startete Turo im Januar 2018 auch in Deutschland. Partner und Investor für den deutschen Automobilmarkt ist Daimler. Turo arbeitet – wie die meisten hier vorgestellten P2P-Anbieter – mit der Allianz-Versicherung zusammen.





Sämtliche Inhalte auf unseren Internetseiten werden mit der größten Sorgfalt recherchiert. Wir können dennoch keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der auf unserer Seite bereitgestellten Informationen übernehmen. Die Artikel – insbesondere die Beiträge zum Recht – stellen keine Rechtsberatung dar. Bei Streitfällen ist die Konsultation eines Anwaltes in Anspruch zu nehmen.