Kannst du dein Auto auch selbst lackieren oder solltest du lieber einen Profi beauftragen? Die PACE-Redaktion hat wertvolle Tipps für Hobbylackierer – von der Suche nach einem Raum über das Arbeitswerkzeug bis zu den notwendigen Arbeitsschritten.

Lackieren ist keine leichte Arbeit. Wer trotzdem nicht die Dienste eines Profi-Lackierers in Anspruch nehmen möchte, sollte also unbedingt nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch einige Erfahrung mitbringen.

Übung macht den Lackier-Meister

Als Neuling kannst du erst einmal mit Teilen vom Schrottplatz üben, bevor du dich an das eigene Auto oder Motorrad heranwagst.

Sind mit den Schrott-Teilen die ersten Erfolge erzielt, solltest du zunächst kleinere Projekte wie die Stoßstange am Auto ins Auge fassen.

Metallic-rotes Auto

Matt und dunkel lackiert es sich am leichtesten

Tipp: Unebenheiten fallen am wenigsten bei mattschwarzem Lack auf.

Effekt-Lacke wie in den Bildern dieses Artikels sollten lieber den ausgebildeten Lackierern überlassen werden. Hier kommt es nämlich ganz entscheidend auf eine gleichmäßige Verteilung der Effektpartikel an – das ist ohne viel Übung und Erfahrung nicht zu schaffen.

Habe ich das Zeug zum Lackierer?

Die benötigten Werkzeuge und Geräte sowie vor allem die räumlichen Bedingungen stellen relativ hohe finanzielle sowie logistische Ansprüche. Wenn du vor allem Geld sparen möchtest, bist du am Ende mit einem gründlichen Preisvergleich der örtlichen Lackierer besser beraten.

Wenn du aber vor Anschaffungen sowie den technischen Anforderungen nicht zurückschreckst und das Lackieren zu deinem Freizeitvergnügen machen möchtest, steht dir eigentlich nichts im Weg. Doch du solltest noch einige Ratschläge beherzigen, bevor es losgeht.

Der perfekte Raum zum Lackieren

Einen guten Raum zu finden und richtig vorzubereiten, ist ungemein wichtig. Such dir am besten eine Halle, denn eine normale Garage bietet viel zu wenig Platz und im Freien ist die Verunreinigung leider meistens zu hoch.

Die Lackier-Halle deiner Träume sollte über Strom und Wasser verfügen, gut ausgeleuchtet, belüftet und natürlich sauber sein.

Oldtimer mit Feuerlackierung

Wie machen es die Profi-Lackierer?

In den Hallen, in denen Lackierbetriebe arbeiten, wird die Luft ständig von Staubpartikeln befreit, damit diese sich nicht auf dem frischen Lack absetzen. Um ähnliche Bedingungen zu schaffen, empfiehlt es sich, ein Lackierzelt mit Entlüftung zu bauen.

Der Boden des Zeltes wird dann mit Folie ausgelegt, die nach jedem Arbeitsgang ausgewechselt wird. In manchen Werkstätten können auch Lackierkabinen angemietet werden.

Wer hier wiederum Mietkosten sparen möchte, kann die Vorarbeiten in einer anderen Räumlichkeit erledigen und erst zum Lackieren in die Kabine wechseln, denn bei diesem Arbeitschritt sind die richtige Belüftung und ein hoher Reinheitsgrad fundamental.

Welche Werkzeuge und Geräte brauche ich zum Lackieren?

Hast du für geeignete räumliche Bedingungen gesorgt, solltest du dir eine gute Ausrüstung anschaffen. Bei der Auswahl der Werkzeuge musst du unbedingt auf hohe Qualität achten. Du brauchst die folgenden Werkzeuge und Geräte:

  • Lackierpistole: Es muss nicht gleich die teuerste sein, aber auch nicht unbedingt die nächstbeste aus dem Baumarkt. Besonders wichtig ist die richtige Pflege und vor allem Reinigung der Pistole.
  • Lack: Basislack, Härter, Klarlack
  • Kompressor: Kann auch beim Baumarkt oder direkt beim Hersteller ausgeliehen werden. Neben der Luftleistung ist vor allem darauf zu achten, dass der Kompressor über eine Ölkühlung sowie einen guten Öl- und Wasserabscheider verfügt.
  • Handschleifklotz
  • Schleifpapier
  • Exzenter-Schleifer: Druckluft oder elektrisch mit 150 mm-Teller. Der Schleifer sollte über eine elektronische Regelung mit Sanftanlauf verfügen. Es empfiehlt sich, einen Sauger anzuschließen.
  • Evtl. Karosseriefeile: Für Spachtelarbeiten
  • Poliermaschine
  • Schutzkleidung: Atemmaske, Brille, Lackieranzug, Handschuhe
  • Messbecher oder ein sauberes Glas, um den Lack anzumischen
  • Waschwanne: Zum Säubern von Lackierpistole und Pinsel. Unbedingt darauf achten, dass die Wanne aus lösemittelfestem Material ist.
  • Wassereimer
  • Mehrere Lappen: Zerschneiden Sie z. B. alte T-Shirts oder andere Kleidungsstücke aus fusselarmer Baumwolle.
  • Klebeband: Um die Flächen abzukleben, die nicht lackiert werden

Auto lackieren in vier Schritten

  1. Zuerst müssen Rost und Verkleidung entfernt werden, gleichzeitig können kleine Dellen und Beulen ausgebessert werden. Greife dazu auf Anleitungen zur Spot-Repair-Methode zurück.

  2. Dann kannst du beginnen, den alten Lack abzuschleifen. Höre erst auf zu schleifen, wenn die Grundierung hervorkommt. Möchtest du auch neu grundieren, schleife weiter bis zum Metall. Danach muss die gesamte Fläche sorgfältig gereinigt werden, dazu kannst du einen Verdünner oder Alkohol verwenden.

  3. Als nächstes wird eine Grundierung aufgetragen, eventuell vorher noch eine Rostschutzgrundierung, wenn du bis zum Metall abgeschliffen hast. Erst wenn die Grundierung vollständig getrocknet ist, kann nochmal geschliffen werden. Ist alles glatt geschliffen, folgt ein weiterer Reinigungsdurchgang, dieses Mal jedoch mit einem speziellen Fettlöser oder Wachs.

  4. Jetzt kannst du beginnen, das Auto zu lackieren. Achte auf die richtigen Einstellungen an deiner Pistole: Spritzkegel senkrecht oval, Höhe ca. 18 cm, bei Bedarf (z. B. in den Ecken) auf punktförmigen Spritzkegel umstellen. Halte immer einen Abstand von ungefähr 20 cm zu der Fläche, die du gerade lackierst sowie die Pistole in einem 90°-Winkel.

Nun brauchst du nur noch Geduld. Bis der Lack getrocknet ist, kann schon mal eine Woche vergehen. Achte in dieser Zeit unbedingt darauf, dass kein Staub auf dem frischen Lack landet.

Zu guter Letzt verpasst du dem fertig lackierten Auto noch den Feinschliff, und dann kannst du in neuem Glanz losfahren.