Alfa Romeo

Symbole der Heimat sind nicht nur für Maserati oder Porsche eine willkommene Vorlage für das Firmenlogo geworden. Auch das Erkennungszeichen von Alfa Romeo steht in dieser Tradition und sorgt damit nicht selten auch für Stirnrunzeln. Links ein Kreuz, rechts eine Schlange mit einer herausstehenden Zunge, welche sich bei genauerem Hinsehen als ein Mensch entpuppt! Um dieses wirklich herausstechende Logo zu entwirren, müssen wir etwas tiefer in die Heraldik, die Wappenkunde, einsteigen!

Das rote Kreuz auf weißem Grund ist vom Wappen der Stadt Mailand entnommen. Das Kreuz symbolisiert Christi, die Farben die Einheit von Bauern (weiß) und Bürgern (rot). Der rechte Teil stellt eine Schlange mit einem Drachenkopf dar, welcher eine Krone trägt und einen Menschen zu verspeisen scheint. Entnommen ist die Symbolik dem Wappen der Visconti, welche im Mittelalter die Herrschaft über Mailand innehatten. Das Wappen der Familie ist in seiner Datierung umstritten, weswegen auch die genaue Darstellung und Bedeutung nicht mehr konkret rekonstruierbar sind.

Die jüngere Forschung geht davon aus, dass das Wappen der Visconti eher als mittelalterliche Werbung diente, als wirklich eine genealogische Legitimation zu sein. Mit den Jahrhunderten veränderte sich auch das Aussehen des Wappens, sodass eine exakte heraldische Zuordnung nur noch schwer getroffen werden kann. In der wohl gängigsten Lesart handelt es sich um den Erzengel Michael, der ein nacktes Kind (eine menschliche Seele) aus dem Schlund eines Drachens zieht. Andere Ansätze sehen hier die Geschichte von Jona und dem Wal oder aber einem realen Visconti-Kind, welches von einer Schlange gefressen und wieder ausgespuckt wurde.
alfa-romeo-996085.jpg

BMW

Für Kenner ist das Logo der Bayerischen Motorenwerke GmbH eine kleine Zeitreise in die deutsche Wirtschaftsgeschichte. BMW ging aus der Rapp Motorenwerke GmbH hervor, welche für den Flugzeug- und Motorenbau produzierte. Für das Rapp-Logo wurde der stilisierter Springer eines Schachbrettes von einem schwarzen Kreis umrahmt. Mit dem Verkauf und dem Ausbau der Rapp- zu den BMW-Werken musste nun auch ein neues Logo her.

Der Kreis blieb erhalten und wurde mit den Buchstaben B M und W ergänzt. Die Farben weiß und blau erinnern an die bayerische Herkunft des Unternehmens. Die Herkunft aus dem Bereich des Flugzeugbaus lässt den Betrachter den geviertelten Kreis als Blick durch Propeller deuten – schließlich wurde das Logo in der Form das erste Mal 1918 auf der Betriebsanleitung eines Flugmotors abgedruckt.

bmw-1368279.jpg

Škoda

Škoda hat in der Automobil-Welt wohl das exotischste und gleichsam komplizierteste Logo erschaffen. Sieht das heutige grüne Logo wie ein kleiner Pfeilpunker aus, diente als Vorbild wohl der Kopfschmuck der Indianer. Wieso ein tschechisches Unternehmen gerade einen Indianer als Symbolfigur auswählt, ist nach Aussage von Škoda selbst der Reiseleidenschaft Emil Škodas zu verdanken.

Waren es anfangs noch fünf stilisierte Federn und ein Pfeil, erwies sich die Reproduktion und Verkleinerung des Bildes als sehr schwierig. Aus fünf wurden drei und einem seperatem ein eingeschlossener Pfeil.
Die grüne Farbe des Pfeils repräsentiert Škoda zu Folge dabei „die Verpflichtung, sich mit einer umweltfreundlichen Produktion den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen“.
skoda-377582.jpg

Ferrari

1947 gründete der ehemalige Rennfahrer Enzo Ferrari den heute wohl berühmtesten Rennstall der Welt. Natürlich lag es da nahe, ein Symbol zu wählen, welches für Schnelligkeit und Eleganz steht. Das Cavallino rampante, das aufbäumende Pferd, ist jedoch keine Erfindung des Firmengründers. Seine Geschichte geht zurück auf das Fliegerass Baron Francesco Baracca, welcher im Ersten Weltkrieg ein italienischer Nationalheld war.

Da seiner Fliegergruppe zu einem Kavallerie-Regiment gehörte, ließ dieser sich das Pferd auf die Flugzeuge malen. Bei einem Autorennen 1923 in Ravenna traf Enzo Ferrari die Mutter des Kriegshelden, welche ihn dazu inspirierte ebenfalls das Cavallino rampante als Emblem zu tragen. Später wurde dem Tier ein gelber Hintergrund gegeben, da diese Farbe die seiner Heimatstadt Modena war, wo auch heute noch der Verwaltungssitz des Unternehmens ist.

ferrari-1066936.jpg

Citroën

Wie so viele andere Autohersteller, war das Automobil nicht von erster Stunde an Hauptgegenstand der Produktion. Bei dem französischen Unternehmen Citroën waren dies Zahnräder. Inspiriert von der doppelten Schrägverzahnung (Pfeilverzahnung) entstand so das Logo, welches bis heute global bekannt ist.

citroen-traction-avant-1517565.jpg

Opel

Das heute bekannte Blitz-Logo hat mit der ersten Variante nichts mehr zu tun und ursprünglich stellte es auch keinen Blitz dar. Opel hat viele Jahrzehnte an seinem Logo getüftelt, bis dieses seine heutige Form angenommen hat. Standen am Anfang die Initialien Adam Opels, zierte zwischendurch auch Göttin Viktoria oder lediglich der Name Opel das Fahrzeug. Ab 1935 zierte dann ein Zeppelin in einem Kreis die Marke, was Fortschritt symbolisieren sollte. Der Zeppelin wurde in den folgenden Jahrzehnten immer stärker vereinfacht, sodass dieser schließlich in den 1960-ern zu dem Blitz geworden war, den wir heute kennen.

auto-1696476.jpg

Mazda

Der japanische Hersteller hat in den letzten Jahrzehnten sein Logo so oft gewechselt wie kaum ein anderer. Eine sich wandelnde Corporate Identity erfordert natürlich auch, dass der Wandlungsprozess optisch zu fassen ist. Nachdem der reine Schriftzug aufgegeben wurde, kam ein rundes Emblem dazu, welches Flügel, Lichtkreise und die Sonne symbolisieren. Übrig blieb in den 1990-ern der Kreis mit der V-Form. Dem Unternehmen zu Folge verkörpern die Flügel den freien Geist.

steering-wheel-1901050.jpg

Toyota

Die drei ineinandergreifenden Ovale haben auf den ersten Blick nun rein gar nichts mit einem Auto gemeinsam. Und auch, wenn man bedenkt, dass die Marke und ihr Logo von der anderen Seite der Welt stammen, lassen uns die geschwungenen Linien immernoch ratlos zurück.

Toyota selbst erklärt auf seiner Homepage das Logo folgendermaßen: „There are three ovals in the new logo that are combined in a horizontally symmetrical configuration. The two perpendicular ovals inside the larger oval represent the heart of the customer and the heart of the company. They are overlapped to represent a mutually beneficial relationship and trust between each other.
The overlapping of the two perpendicular ovals inside the outer oval symbolize "T" for Toyota, as well as a steering wheel, representing the vehicle itself. The outer oval symbolizes the world embracing Toyota. Each oval is contoured with different stroke thicknesses, similar to the "brush" art known in Japanese culture.”

Eine näherliegende Erklärung für das unkonventionelle Design des Logos, welches sich scheinbar weder auf geografische noch historische Bezüge berufen, machte vor kurzem auf Instagram die Runde:


Mercedes

Viele Geschichten ranken sich um den dreizackigen Stern, der die Marke seit nun schon über 100 Jahren kennzeichnet. Ursprünglich gab es neben dem Stern mit drei Zacken auch ein Modell mit vier, welches allerdings nie zum Einsatz gekommen ist. Schließlich machen die drei Spitzen bereits deutlich, wofür Mercedes noch vor dem ersten Weltkrieg stand: die Mobilität zu Luft, zu Wasser und zu Lande. In allen Bereichen wurde damals nämlich Motoren produziert und abgesetzt.

Die ursprüngliche Idee zum Stern kam den beiden Söhnen des Unternehmensgründers. Paul und Adolf Daimler brachten den Stern ins Gespräch, nachdem ihr Vater mit einem ähnlichen das Haus auf einer Karte markiert hatte.

mercedes-benz-1744915.jpg

Audi

Hinter den vier Ringen Audis verbirgt sich ein spannendes Kapitel der deutschen Automobilgeschichte. Nachdem August Horch aus seinem eigenen Unternehmen („August Horch & Cie Motorwagenwerke Zwickau“) ausschied, wollte er nun ein neues gründen. Da sein eigener Nachname nun schon aber verwendet wurde, entschied er sich kurzerhand für den griffigeren Namen „Audi“ (Lateinisch „Höre“ oder eben „Horch“). Durch Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise hindurch schafften es beide Unternehmen. Allerdings brachte 1932 eine entscheidende Umstrukturierung mit sich: Die Marken Audi, Horch, DKW und Wanderer schlossen sich in Chemnitz zu der Auto Union zusammen. Bis heute erinnern die vier Ringe Audis an diesen Zusammenschluss vor 85 Jahren.

audi-1721126.jpg

Porsche

Das Logo der Porsche AG ist vergleichsweise jung, aber dafür ebenso geschichtsträchtig wie auch lokal verwurzelt. Es entstand im Jahre 1952 in Stuttgart Zuffenhausen, wo auch das Werk des Herstellers verwurzelt ist. Das große Wappen im Hintergrund ist übernommen von dem Wappen des freien Volksstaates Württemberg (1922 bis 1933). Das Wappen ist geviertelt und kommt dem Wunsch nach, den Landesfarben Rot und Schwarz Geltung zu verschaffen. Feld 1 und 4 hingegen werden durch drei liegende schwarze Hirschstangen auf goldenem Grund (= Wildreichtum) geprägt. Auf dem Wappen prangt das kleiner gehaltene Wappen von Stuttgart. Ein steigendes schwarzes Pferd auf gelbem Grund ist bereits seit dem Mittelalter für die Stadt verwendet worden.
porsche-826385.jpg

Peugeot

Die französische Automarke aus dem Hause PSA existiert bereits seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals vorrangig von der Produktion von Ölen und Textilien in Erscheinung tretend, kam bald eine eigene Eisengießerei und die Produktion von Metallwaren hinzu. Der Löwe als Logo wurde 1858 registriert. Die in der Eisengießerei ab 1819 produzierten Sägeblätter erinnerten an das Maul der Wildkatze und wurden schon damals zum Markenzeichen Peugeots. Von den scharfen Zähnen ist nichts übriggeblieben, dafür aber ist der Löwe ein weltweit bekanntes Markensymbol.

peugeot-333637.jpg

Maserati

Heimatverbundenheit ist, wie wir bereits gesehen haben, ein starkes Motiv für die Logos von Automobilkonzernen. Bei Maserati ist es da nicht anders. Das Familienunternehmen wurde 1914 in Bologna gegründet und von sechs Brüdern geführt. Eines der Wahrzeichen der Heimatstadt der Maseratis ist der Neptunbrunnen. Stolz präsentiert sich der Herrscher des Meeres und hält dabei seinen Dreizack in der Hand, welcher zum Logo der heutigen Edelmarke avancierte.

maserati-752606.jpg

Volvo

Die Umstellung auf ein neues Logo hat Volvo 2012 in erster Linie nicht zu sehr viel Gegenliebe verholfen. Der bis dahin präsente blaue Querbalken mit dem Schriftzug wurde ergänzt durch einen Kreis, welcher die meisten an das Symbol für Männlichkeit erinnert. Hinter diesem Kreis mit dem nach oben gerichteten Pfeil steckt jedoch auch ein anderes seit dem Mittelalter verwendetes Symbol. Während die Alchemisten aus verschiedensten Materialien Gold zu gewinnen versuchten, erfanden sie eine Art Geheimsprache und ein Symbol für jeden verwendeten Reinstoff. Der Kreis mit aufgesetztem Pfeil ist das Elementsymbol für Eisen und zugleich auch das Symbol im Römischen Reich für den Gott Mars.

volvo-695419.jpg