Alle Systeme deines Autos werden durch die On-Board-Diagnose kontrolliert. Dies dient der regelmäßigen Überprüfung von wichtigen Werten, z.B. vor einer Reparatur. Wie du die OBD2-Schnittstelle und ihre Daten auch für dich persönlich nutzen kannst, hat die PACE-Redaktion für dich zusammengetragen

Seit 2004 verfügt jeder Neuwagen in Europa über den OBD2-Port, der die Kontrolle der meisten Funktionen in deinem Auto möglich macht. Aber was kann diese Schnittstelle eigentlich genau und welche Daten bekommst du über sie?

Fehlermeldungen im Auto

OBD2 – der Standard für das Auto

Der Grundgedanke der OBD2-Schnittstelle ist die Überlegung, dass Fahrzeuge nach einer gewissen Zeit durch normalen Verschleiß ungenauer bzw. unsauber laufen.

Wird zum Beispiel ein Auto mit einem bestimmten Abgaswert zugelassen, muss dieser regelmäßig überprüft werden. Bedenkt man das durchschnittliche Alter eines Pkw in Deutschland mit 9,2 Jahren (Quelle: Statista, Stand 2016), wird deutlich, dass eine Kontrolle der Abgaswerte immens wichtig ist.

Besonders in Zeiten des Abgasskandals gewinnt die OBD2-Schnittstelle nochmals an Bedeutung. Seit 2018 darf zum Beispiel die Abgasuntersuchung im Rahmen der Hauptuntersuchung (TÜV) auch bei neueren Autos nicht mehr am Endrohr, sondern nur noch über die OBD2-Schnittstelle durchgeführt werden.

Was genau überwacht OBD2?

Die On-Board-Diagnose überwacht sämtliche abgasrelevanten Bauteile und speichert aufgetretene Fehler. Neben dem Wirkungsgrad des Katalysators werden die Lambdasondenfunktion und auch Verbrennungsaussetzer überwacht.

Sofern unterstützt, können auch Abgasrückführung, das Tankentlüftungssystem sowie das Sekundärluftsystem überwacht werden. Je nachdem, welche Werte der Fahrzeughersteller für die Diagnose zur Verfügung stellt, kannst du dir so einen guten Überblick über die Funktionsweise deines Autos verschaffen.

OBD2 bietet aber nicht nur eine reine Überwachungs-Funktion. Mit dem System ist es möglich, Fehler schnell zu finden und sie zu beheben, ehe sie zu großen Problemen werden, die in der Werkstatt teuer repariert werden müssen.

OBD On Board Diagnose

Worauf muss ich bei der OBD2-Nutzung achten?

Das Internet ist voll mit unterschiedlichen Diagnosegeräten, die alle so ihre Vor- und Nachteile haben. Die bisher besten Lösungen am Markt sind multifunktionale Apps, die zusammen mit einem OBD2-Stecker verkauft werden.

Außer der reinen Diagnose bieten diese Systeme noch äußerst wertvolle Features wie z.B. den automatischen Notruf, ein finanzamtkonformes Fahrtenbuch oder auch eine Live-Überwachung der Performance deines Autos während der Fahrt.

Achte beim Kauf auf folgende Kriterien:

  • Mehrere Sicherheitsebenen des Systems garantieren den Schutz deiner Daten
  • Die Speicherung deiner Daten sollte nur auf deutschen Servern stattfinden, am besten also „Made in Germany“ kaufen.
  • Das System muss zertifiziert und somit nach StVZO im deutschen Straßenverkehr zugelassen sein
  • Das System sollte nicht herstellergebunden sein, damit du es auch nach einem Fahrzeugwechsel nutzen kannst
  • Regelmäßige Soft- und Hardware-Updates seitens des Anbieters garantieren den neuesten technischen Stand
  • Keine laufenden Kosten. Entscheide dich am besten für ein System, das Bluetooth für die Kommunikation verwendet
  • Engagierter Kundensupport bei technischen Problemen

Welche Werte kann ich durch OBD2 bekommen?

Es kann Unterschiede geben bezüglich der Daten, die ein spezifisches Auto für einzelne Funktionen liefert. Es gibt demnach „gesprächige“ und „ungesprächige“ Autos. Ein gesprächiges Modell könnte dir live während der Fahrt zum Beispiel folgende Werte verraten:

  • die Motorlast in %
  • die Temperatur deines Kühlwassers in °C
  • die Drehzahl in u/min
  • die Spannung in V
  • den Spritverbrauch in l/100km
  • der Gang, in welchem du momentan fährst
  • deine Geschwindigkeit in km/h
  • die Straße, in der du dich gerade befindest
  • die aktuell gültige Geschwindigkeitsbegrenzung
  • die Außentemperatur in °C

Fehlercodes mit OBD2 verstehen

Ein OBD2-Diagnosegerät wie z.B. PACE kann die Powertrain Trouble Codes sowie die Body, Chassis und Network Trouble Codes lesen, soweit diese vom Hersteller implementiert sind.

Damit sind alle Fehlercodes abgedeckt, die die Steuergeräte in den Fehlerspeicher schreiben. Hierbei ist zu beachten, dass es sich um die generischen Fehlercodes handelt. Ein herstellerspezifisches Auslesen von Steuergeräten ist nur mit vom Hersteller bereitgestellten Geräten oder durch die Werkstatt möglich.

Neben Fehlercodes gibt das Auto auch sogenannte „Hinweise“ aus: Informationen, die zwar durch Warnleuchten oder ähnliches angezeigt werden, aber nicht im Fehlercodespeicher deines Fahrzeugs erscheinen.

Einen „Hinweis“ können die meisten Diagnosegeräte deshalb nicht erkennen. Dazu gehören zum Beispiel Informationen über die Kennzeichenbeleuchtung, das Scheibenwischwasser, die Standlichtbirne oder ähnliches.

Zusammmenfassend lässt sich sagen, dass sich Fehlercodes, die vom Auto ausgegeben werden, auf den Motor, die innere Elektronik, die Abgassensorik und die Sensoren an den Achsen beziehen.

Fehlercode Analyse mit PACE

Und wann kommt OBD3?

Gerüchten zu Folge plant die ASA (Automotive Service Association) bereits eine Schnittstelle für OBD3. Es kursieren Legenden, dass durch eine OBD3 Schnittstelle das Smartcar revolutioniert werden würde, da sämtliche Informationen automatisch an zuständige Stellen geleitet würden.

Dadurch solle beispielsweise die AU überflüssig werden. Solltest du dann einen Fehler an deinem Auto binnen einer bestimmten Frist nicht beheben, würdest du ganz automatisch deinen Bußgeldbescheid bekommen.

Auf den ersten Blick stellt das die logische Konsequenz aus der Überwachung der abgasrelevanten Werte durch OBD1 und die Überwachung der Fehlerbehebung dieser mittels OBD2 dar. Allerdings wird bei genauerem Hinsehen schnell deutlich, dass ein solches System zu viele sicherheitsrelevante und technische Probleme aufwerfen würde.