Damit dein Auto nach 10 Jahren nicht zur Abgas-Schleuder wird, werden die Systeme durch die On-Board-Diagnose kontrolliert. Seit 2004 verfügt jeder Neuwagen in Europa über den OBD2-Port, der diese Kontrolle der Funktionen genau überwacht. Erfahre, was diese Schnittstelle alles an Informationen über deinen Pkw bereithält und wie du diese für dich nutzt.

OBD2 – der Standard für das Auto

Der Grundgedanke der OBD2-Schnittstelle ist die Überlegung, dass Fahrzeuge nach einer gewissen Zeit durch normalen Verschleiß nicht mehr über die Fähigkeiten verfügen, die sie zu Beginn der Zulassung hatten. Wird ein Auto mit einem bestimmten Abgaswert zugelassen, sollte dieser nach 10 Jahren nicht eklatant in die Höhe schnellen. Bedenkt man das durchschnittliche Alter eines Pkw in Deutschland mit 9,2 Jahren (Quelle: Statista, Stand 2016), wird deutlich, dass eine gleichbleibende Qualität der Abgaswerte immens wichtig ist.

Die OBD1-Norm legt fest, dass die abgasrelevanten Systeme des Autos über eine Selbstüberwachung verfügen müssen. Die Konsequenz dieser Überlegung ist die Motorkontrollleuchte. Mit OBD2 wird seit 2001 diese Überwachung nun kontrolliert. Zwar ist es gut, wenn die Abgasvorschrift vom Auto eingehalten wird, aber es hilft nichts, wenn einem Fehler nicht nachgegangen wird. OBD2 überwacht also, ob du der Aufforderung deiner OBD1-Anzeige nachkommst.

Was genau überwacht OBD2?

OBD2 bietet allerdings nicht nur eine reine Überwachungs-Funktion. Mit dem System ist es nun möglich, Fehler schnell zu finden und sie zu beheben. Frühzeitig kannst du so erkennen, ob kleine Fehler vorliegen, ehe sie zu großen Problemen werden, die in der Werkstatt teuer repariert werden müssen. Die On-Board-Diagnose überwacht grundlegend sämtliche abgasrelevanten Bauteile. Es überwacht die Emissionen und speichert aufgetretene Fehler. Neben dem Wirkungsgrad des Katalysators werden die Lambdasondenfunktion und auch Verbrennungsaussetzer überwacht.

Sofern unterstützt, können auch Abgasrückführung, das Tankentlüftungssystem sowie das Sekundärluftsystem überwacht werden. Je nachdem, welche Werte der Fahrzeughersteller für die Diagnose zur Verfügung stellt, kannst du dir so einen guten Überblick über die Funktionsweise deines Autos verschaffen. Dies ist beispielsweise mit PACE möglich. Der PACE Link liest dabei die anfallenden Daten mit und kann dir dabei helfen, kleine Fehler schnell selbst zu beheben.

Wann kommt OBD3?

Einzelnen Gerüchten zu Folge plant die ASA (Automotive Service Association) bereits eine Schnittstelle für OBD3. Es kursieren weiterhin die Legenden, dass durch eine OBD3 Schnittstelle das Smartcar revolutioniert werden würde, da sämtliche Informationen bereits an diverse Stellen geleitet würden. Dadurch solle beispielsweise die AU überflüssig werden. Zudem soll es eine Überwachungsfunktion wahrnehmen. Solltest du also einen Fehler an deinem Auto binnen einer bestimmten Frist oder einer bestimmten Km-Einheit nicht beheben, machst du dich automatisch strafbar und erhältst deinen Bußgeldbescheid frei Haus.

Auf den ersten Blick stellt das die logische Konsequenz aus der Überwachung der abgasrelevanten Werte durch OBD1 und die Überwachung der Fehlerbehebung dieser mittels OBD2 dar. Soll sichergestellt sein, dass Serviceintervalle eingehalten und aufgetretene Fehler behoben werden, ist die automatische Benachrichtigung relevanter Stellen auf den ersten Blick grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung. Allerdings ranken sich bereits so viele Mythen um eine OBD3-Schnittstelle, dass bei genauerem Hinsehen schnell deutlich wird, dass ein solches System zu viele sicherheitsrelevante und technische Probleme aufwerfen würde.

Die gesamte Kommunikation dieses Systems würde demnach über Satelliten laufen. Dieser Punkt für sich genommen zeigt bereits auf, dass OBD3 kein durchdachtes „System“ ist. Die Nutzung von Satelliten ist nicht nur wahnsinnig teuer, sondern zudem nicht sehr zuverlässig, da es kein System gibt, das weltweiten Empfang bietet. Das nächste Problem läge in der Kommunikationsrate. Sollte OBD3 im Minuten- oder Halbstundentakt reporten? Und wie wären diese Wege zudem gesichert? Wie aufwendig ist es, das Fahrzeug vor dem Zugriff von Unbefugten zu schützen? All diese Probleme müssten sinnvoll gelöst werden, um dem Fahrer nicht nur Mehrwert sondern auch Sicherheit zu bieten. OBD3 ist demnach aktuell keine realistische Baustelle.