Immer mehr Autofahrer nehmen die Aufrüstung ihres Fahrzeugs zum "Connected Car" selbst in die Hand. Dabei haben sie allerdings nicht immer Erfolg, denn beim Nachrüsten kann auch einiges schief gehen.

Das Internet der Dinge macht auch vor unseren Autos nicht Halt. Wer heutzutage als Autofahrer etwas auf sich gibt, hat sich längst eine intelligente Smartcar-Technologie ins Kfz geholt. Damit kann er live ins Innere seines Fahrzeugs sehen.

Das spart beim Autofahren viel Zeit, Geld und Nerven – eigentlich. Denn nicht jedes coole Gadget macht deine Autofahrt auch wirklich besser. Wenn du dein Auto mit dem Internet verbinden willst, vermeide die folgenden Fehler:

1. Billig-Schrott aus Asien kaufen

Elektroschrott

„Wer billig kauft, kauft zweimal“, heißt es ja so schön. Doch wenn es um ein Smartcar-Gadget fürs Auto geht, ist beim Billigkauf auch deine Sicherheit in Gefahr.

Verbraucherschützer und Bundesnetzagentur warnen vor dem Kauf dubioser Elektronikartikel z. B. aus China. Von Spionage bis hin zu Bränden und Explosionen kann so ziemlich alles passieren.

Noch dazu werden viele Smartcar-Gadgets über die OBD2-Schnittstelle ans Bordsystem des Autos angeschlossen. Vom Kraftfahrtbundesamt wird für den sicheren Betrieb im Straßenverkehr eine Zertifizierung gefordert. Diese E-Zulassung unterwirft alle an das Kfz-Bordnetz angeschlossenen Geräte einem strengen Genehmigungsverfahren.

Das ist zu tun:

  • Suche im Internet nach einem Handbuch für das von dir favorisierte Gadget und studiere es vor dem Kauf.
  • Informiere dich genau darüber, was bei der Nutzung des Gadgets mit deinen Daten passiert.
  • Aus Gründen des Datenschutzes und der Datensicherheit entscheide dich am besten gleich für ein inländisches Produkt.
  • Achte auf Zertifizierungen und Zulassungen für den Deutschen Straßenverkehr.

2. Handbuch nicht lesen

Installationsanleitung lesenFoto von Kelly Sikkema auf Unsplash

Wenn du das Connected-Car-Gadget deiner Träume gefunden hast, geht es an den Einbau. In den meisten Fällen handelt es sich um Plug-and-Play-Lösungen, die du mit drei Handgriffen und dem Herunterladen einer App für das Handy zum Laufen bekommst.

Aber so einfach die Installation auch sein mag: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Du hast es mit einer hochintelligenten Technologie zu tun, die dir und deinem Auto sehr viele neue Möglichkeiten eröffnet. Du solltest über den kompletten Leistungsumfang (und auch die Grenzen) deines neuen Gadgets Bescheid wissen.

Das ist zu tun:

  • Lies dir in Ruhe alles Wissenswerte zu deinem neuen Auto-Upgrade durch. Installation und Nutzung werden dadurch noch einfacher und du wirst anschließend wesentlich mehr Spaß beim Ausprobieren deines neuen Smartcars haben.

3. Illegale Produkte einbauen

Illegale Einbauten in Autos

„Wusste ich nicht“ gilt leider nicht, wenn du von der Polizei angehalten wirst. Ein Fahrzeug, das am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, unterliegt behördlichen Auflagen.

Problem: Auf dem Markt gibt es unzählige Autogadgets, die ein bisschen mehr können als sie eigentlich dürften. Das macht genau so lange Spaß, bis du mal deine Herstellergarantie in Anspruch nehmen willst oder dich ein freundlicher Verkehrspolizist herauswinkt.

Die Zulassung zum Betrieb im fahrenden Fahrzeug ist für einen Gadget-Hersteller nicht leicht zu bekommen, und das ist auch gut so.

Das ist zu tun:

  • Achte auf Zertifizierungen (eMark) und Zulassungen für den deutschen Straßenverkehr

  • Beschränke dich auf ein System, das "nur" die Fahrzeugdaten am OBD2-Anschluss ausliest und für dich nutzbar macht. Tiefergehende Fahrzeugdiagnostik und Eingriffe ins Steuergerät solltest du wirklich deiner Autowerkstatt überlassen.

4. Kompatibilität nicht checken

Ist dein Fahrzeug OBD2-Kompatibel?

Dein Fahrzeug kann der Grund dafür sein, wenn es mit deinem neuen Connected-Car-System nicht so recht klappen will. So kann es durchaus vorkommen, dass der gesetzlich vorgeschriebene Standard der OBD2-Buchse in einem Fahrzeug nicht eingehalten wurde. Die Gründe dafür sind leider öffentlich nicht bekannt.

Das ist zu tun:

  • Informiere dich vor dem Erwerb eines OBD2-Adapters kurz über die Kompatibilität mit deinem Auto. Am besten geht das auf Online-Plattformen wie dem Kompatibilitäts-Check von PACE.

  • Frage ggf. bei deinem Fahrzeughersteller nach bekannten Problemen mit der OBD2-Schnittstelle.

  • Dein Fahrzeughersteller hat die OBD-Schnittstelle "dichtgemacht"? In diesem Fall wirst du die Daten aus deinem Bordcomputer leider nicht für dich nutzen können.

5. Veraltete Betriebssysteme, falsche Hardware

Oldschool Nokia Handy

Dein Auto ist kompatibel, du hast dir alles durchgelesen, das Gadget ist angeschlossen, aber dein Auto verbindet sich trotzdem nicht per Bluetooth mit deinem Smartphone?

Die hochtalentierten Apps der Smartcar-Systemanbieter benötigen "zeitgemäße" Hard- und Software-Umgebungen, um reibungslos laufen zu können. Vielleicht hast du dir eine regelrechte Smartphone-Krücke zugelegt, oder du gehörst sogar zur seltenen Spezies der Windows Phone-Nutzer.

Auch ein gerootetes Handy, der Energiesparmodus, gewisse Security Apps oder schlichtweg eine zu alte Softwareversion der Connected-Car-App können schuld an einer fehlenden Verbindung sein.

Das ist zu tun:

  • Wirf noch einen Blick auf die Verpackung oder in das Handbuch des Gadgets. Ist dein Smartphone-Modell wirklich kompatibel?

  • Kontrolliere, ob du die aktuellste Version deines Betriebssystems auf dem Smartphone installiert hast, schalte den Energiesparmodus aus und überprüfe, ob andere Apps deine neue Smartcar-App boykottieren könnten.

  • Wenn nichts hilft, melde dich beim Support-Team deines Anbieters. Dort wird dich ein freundlicher Mensch empfangen und dich schnell und unkompliziert durch den Prozess leiten.

6. An Features sparen

Smartcar-Features von PACE

Du kennst das: Kaum hast du dir das lang erträumte neue Smartphone gekauft, kommt auch schon das nächste schnittige Modell auf den Markt, das noch viel mehr kann als dein altes. Und plötzlich bist du gar nicht mehr so glücklich.

Wenn du technisch immer auf dem neuesten Stand bleiben und nicht plötzlich mit drei verschiedenen Connected-Car-Gadgets mit unterschiedlichen Features durch die Gegend fahren willst, dann gibt es auch hierfür eine Lösung.

Das ist zu tun:

  • Entscheide dich für einen Anbieter, der sein Angebot in regelmäßigen Abständen kostenlos erweitert. Ein Beispiel wäre PACE. Die Smartcar-Firma versorgt ihre Community mehrmals im Jahr mit Soft- und Hardware-Updates, neuen Smartcar-Features und vielen kleinen und großen Verbesserungen.

7. Keine Hilfe suchen

Tech Support Kontaktaufnahme

„Selbst ist der Mann“ ist ein Motto von Vorgestern. Niemand kann immer an alles denken und alles wissen. Beim Auto-Nachrüsten gilt eher: Vier Augen sehen mehr als zwei. Du bist also keinesfalls zu blöd, wenn dein Smartcar-Upgrade nicht sofort hinhaut.

Auch ist in den seltensten Fällen dein Connected-Car-Adapter oder die dazugehörige App Schuld an einem Problem, sondern schlichtweg eine Kombination aus scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten.

Das ist zu tun:

  • Du kannst zunächst deinen Telefonhersteller um einen kurzen Check bitten, ob dein Telefon einen Fehler oder falsche Einstellungen aufweist.

  • Die Anbieter von guten Smartcar-Systemen haben hochmotivierte Support-Teams, die deine Probleme in Sekunden lösen können. Anstatt also nach dem ersten Fehlversuch wütend ins Internet zu schreiben, nimm einfach kurz den Hörer in die Hand.

Wenn es mit dir und deinem neuen Smartcar-Upgrade so gar nicht funktionieren will, musst du dir keine Sorgen um verschwendetes Geld machen. Gute Hersteller haben einen 30-tägigen Testzeitraum, in dem du den den Kaufpreis komplett erstattet bekommst.