Rund 43 % der Deutschen können es sich vorstellen, dass bald nicht mehr der Postbote, sondern eine Drohne die Ware direkt nach Hause liefert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Digitalverbandes Bitkom.

Zwar ist die Akzeptanz dieser Liefermethode damit noch nicht auf dem Stand, den eine flächendeckende Belieferung voraussetzt, doch scheint es auch auf die Art der Ware anzukommen, welche geliefert werden soll. So können sich 45 % der Umfrageteilnehmer durchaus vorstellen, sich eilige Medikamente per Drohne liefern zu lassen.

Denn eilig ist in diesem Zusammenhang ein wahres Wunderargument. Bereits vor wenigen Monaten testete Amazon die Auslieferung eines Artikels via Drohne. In nur 13 Minuten nach Abgabe der Bestellung hielt der Kunde seinen georderten „Fire-TV“-Streaming-Stick und eine Tüte Popcorn in den Händen.

Amazon Prime Air: So arbeitet der Service.

Post-Drohnen auf dem Vormarsch?

Bis zu 2,3 Kilo kann eine Amazon-Drohne nach Angabe des Versandhauses binnen 30 Minuten transportieren. Ähnliche Versuche finden auch im Hause Google statt. Wenige Monate vor Bekanntwerden der Amazon-Popcorn-Lieferung ließ Google verlautbaren, dass es gelungen sei, in den USA erste Burritos via Drohne auszuliefern.

Zwar scheint diese Meldung banal; verschwindet die eigentliche Sensation hinter dem gelieferten Gegenstand. Das Testgelände ist der Campus der Hochschule Virginia Tech – man stelle sich vor, wie viele hungrige Studenten in der Mittagszeit nach einer Mahlzeit verlangen! Binnen weniger Tage sollten so hunderte Flüge absolviert und auch die Reaktionen der Burrito-Käufer ausgewertet werden

Diskret und eindrucksvoll: Die Burrito-Lieferung von Google.

Was sagt die Post zu den Post-Drohnen?

Zusammen mit der Telekom arbeitet DHL bereits seit Längerem an einem eigenen Drohnenprojekt. Der Paketkopter 3.0 trägt vielleicht einen etwas sperrigen Namen, hat allerdings erste Testphasen innerhalb Deutschlands erfolgreich meistern können. Während die erste Testphase im Gebiet Köln-Bonn erfolgreich absolviert wurde, startete die zweite Phase bei den Nordsee-Insulanern auf Juist. Seine ersten Flüge über dicht bevölkertes Gelände sowie über Wasser hatte der Paketkopter erfolgreich bestanden.

DHL Testphase 3: Mit Hilfe des Paketkopter 3.0 wurden Kunden in einem entlegenen Gebiet beliefert.

Die Dritte Testphase sollte allerdings die heikelste werden. Als dritte Testregion wurde für Anfang des Jahres 2016 die Winklmoosalm im oberbayrische Reit im Winkl ausgewählt. Bewohner des entlegenen Gebietes sollten so binnen acht Minuten wichtige Güter geliefert werden. Widerstand regte sich hier allerdings, da Sportler und Tourismusverband Unfälle mit niedrig fliegenden Drohnen fürchteten. Trotz dieser Bedenken konnte das dreimonatige Projekt aber erfolgreich abgeschlossen werden.

Ungewöhnliche Konkurrenz: Auch Ford testet autonome Paketzustellung

Unter #DankeSagen hatte sich Ford bereits vor Weihnachten 2016 bei den Paketzustellern der Nation für den ausgesprochen guten Service bedankt . Dass das Unternehmen plant, den Job der Boten in Zukunft umzustrukturieren, wurde kurze Zeit später publik. Autolivery soll diese Arbeit in Zukunft schneller und auch zu jeder Tages- und Nachtzeit erledigen.

Das Zukunftskonzept von Ford zeichnet sich durch smarte Verknüpfungen aus, in denen Post-Drohnen eine wichtige Rolle spielen.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona (27.2. – 2.3.2017) stellte Ford nun sein Konzept für die Mobilität der Zukunft vor. Das Konzept stammt von den Ford-Mitarbeitern selbst und entwirft eine smarte Idee für die Paketzustellung der Zukunft. Im Mittelpunkt des Autolivery-Konzeptes steht ein autonom fahrender Van, welcher die Lieferungen transportiert. Für die letzten Meter in die Wohnung oder den idealerweise vorhandenen Balkon nimmt eine Drohne das Päckchen dann auf und liefert es quasi direkt vor die Tür.