Im Juli 2017 haben Stiftung Warentest und der ADAC gefährliche Mängel an zwei getesteten Auto-Kindersitzen festgestellt. Viele (werdende) Eltern sind beunruhigt und fragen sich: "Worauf muss ich wirklich beim Kauf eines Kindersitzes achten?"

Hat sich ein kleines Bündelchen Glück bei dir angemeldet, hast du nicht nur eine Menge zu organisieren - du möchtest nämlich auch alles perfekt vorbereiten. Neben dem Kinderwagen gehört auch der Kinderautositz zu den essentiellen Neuanschaffungen, welche dir sicher einiges an Kopfzerbrechen bereiten werden.

Dein neuer Auto-Kindersitz soll nicht nur gut aussehen, sondern vor allem sicher und praktisch sein. Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es auf dem Markt noch nicht. Jeder Hersteller hat eine eigene Philosophie, um diesen Ansprüchen bestmöglich gerecht zu werden.

kinderautositze-bieten-sicherheit.jpgNach der Sicherheit der zweitwichtigste Faktor: Das Wohlfühlen

Sicherheit zuerst – vor allem bei Kindersitzen

Die Hauptaufgabe des Kinderautositzes ist es, deinem Kind bei einem Unfall Schutz zu bieten. Er sorgt nicht nur dafür, dass die Kleinen an ihrem Sitz bleiben, sondern schützt sie auch vor einem möglicherweise sehr schmerzhaften Seitenaufprall. Der Gesetzgeber legt dabei unter § 21 (1a) der StVO folgendes fest:

„Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, dürfen in Kraftfahrzeugen auf Sitzen, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben sind, nur mitgenommen werden, wenn Rückhalteeinrichtungen für Kinder benutzt werden, die den in Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe c der Richtlinie 91/671/EWG des Rates vom 16. Dezember 1991 über die Gurtanlegepflicht und die Pflicht zur Benutzung von Kinderrückhalteeinrichtungen in Kraftfahrzeugen (ABl. L 373 vom 31.12.1991, S. 26), der zuletzt durch Artikel 1 Absatz 2 der Durchführungsrichtlinie 2014/37/EU vom 27. Februar 2014 (ABl. L 59 vom 28.2.2014, S. 32) neu gefasst worden ist, genannten Anforderungen genügen und für das Kind geeignet sind.“

Schnell fällt hier auf, dass das Gesetz sich hier auch noch auf mehrere andere Quellen beruft, welche den ordnungsgemäßen Transport eines Kindes definieren. Du siehst also, dass die Mitnahme von Kindern intensiv geregelt ist.

Da Kinder durchschnittlich zwölf Jahre (oder auch einen Wachstums-Meter lang - nämlich von 50 cm bis 150 cm) einen Kinderautositz brauchen, ist die Bandbreite der angebotenen Sitze sehr groß. Insgesamt haben sich fünf Gruppen herausgebildet, welche für Kinder bestimmter Alter- oder Gewichtsklassen konzipiert sind:

  • Gruppe 0: von Geburt bis 10 Kg
  • Gruppe 0 plus: von Geburt bis 13 Kg
  • Gruppe 1: von 9-18 Kg
  • Gruppe 2: von 15-25 Kg
  • Gruppe 3: von 22-36 Kg

Was sagen die Kinderautositz-Tests?

Für eine Überraschung sorgte die Tatsache, dass die teuersten Sitze nicht gleichsam die größte Sicherheit bieten. Einen guten Sitz gibt es für Kinder bereits ab 49 Euro. Teilweise schneidet dieser in Sachen Sicherheit besser ab, als solche für über 300 Euro.

Des Weiteren wird wiederum empfohlen, dass Eltern sich trotz höherer Kosten einen sogenannten „Reboarder“ anschaffen sollten. In diesem sitzen Kinder bis zu 4 Jahren weiterhin mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Diese Position gilt einerseits bedeutend entlastender für die Wirbelsäule und zum anderen können Frontal-Crashs auch extrem gut abgefangen werden.

Wir empfehlen, vor dem Kauf, einen Blick die Testergebnisse des ADAC zu werfen.

Kinderautositz vorher ausprobieren

Nachdem du deine Recherche abgeschlossen hast, solltest du den Sitz nicht blind online bestellen. Nimm dir lieber die Zeit und geh mit deinem Nachwuchs in ein Fachgeschäft, um den richtigen Sitz auch auszuprobieren. Gerade ältere Kinder werden dir für diese Möglichkeit danken.