Spekulatius, Schokoweihnachtsmänner und Dominosteine kündigen ihn uns zwar bereits im September an – doch wenn der Winter dann tatsächlich über Nacht hereinbricht, ist guter Rat teuer! Ist dein Auto optimal auf den Winter vorbereitet? Wie war das nochmal mit dem Schnee auf dem Dach? Und was ist eine Gurtlose? Die Fakten für den Auto-Winter!

Freie Sicht auf alles, was kommt

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass die in einem populären Autowerbesport gezeigte Idee, doch morgens einfach heißes Wasser auf die zugefrorene Windschutzscheibe zu kippen, gar nicht so clever ist. Bezeichnet wird das Phänomen, dass heißes Wasser unter bestimmten Bedingungen schneller gefriert als kaltes, genannt Mpemba-Effekt - den Wasserkocher kannst du im Winter also getrost stehen lassen. Es bleiben dir also nur die altbewährten Methoden übrig: Kratzen, Schaufeln und Sprühen.
Zu den größtem Gefahren im winterlichen Straßenverkehr zählen noch immer herabstürzende Eisplatten von Lkw. Ob du dabei vor oder hinter diesem fährst, ist dabei erstmal belanglos, denn die Platte kann sich während des Anfahrens aber auch unter einem Bremsmanöver lösen.

Bei einem Pkw ist eine Schnee- oder Eisschicht auf dem Dach vor allem für den Fahrer selbst gefährlich. Mit dem aufgeheizten Auto an der roten Ampel etwas zu scharf gebremst, wird es auf einmal dunkel. Freilich ist es ärgerlich, dass man nun erstmal auf der Kreuzung sein Auto wieder fitmachen muss – zudem behindert man jedoch auch noch den fließenden Verkehr.
Das Auto muss vollkommen vom Schnee befreit werden, sodass hinter dir fahrende Autos durch fliegende Flöckchen nicht in ihrer Sicht beeinträchtigt werden. Zudem müssen Scheinwerfer, Blinker und auch die Rückspiegel freigekratzt sein. Säuberst du dein Fahrzeug nicht ordnungsgemäß, musst du mit Bußgeldern rechnen:

  • Schnee auf dem Dach: 25 Euro
  • Auto im Stand warmlaufen lassen: 10 Euro
  • Zugeschneites Nummernschild: 5 Euro


Ab jetzt gilt Dresscode im Auto

Eine schöne dicke Daunenjacke ist bei -15 °C genau das Richtige, wenn man Zeit draußen verbringen muss. Allerdings raten Experten dringend davon ab, diese auch im Auto während der Fahrt zu tragen. Durch ihre Beschaffenheit erzeugen die Federn wärmedämmende Luftpolster, die dich vor der Kälte schützen. Bei einem eventuellen Unfall ist allerdings genau dieser Effekt unerwünscht. Der Gurt soll möglichst straff am Körper anliegen, um eine sogenannte Gurtlose zu verhindern. Es besteht die Gefahr, dass der Körper unter dem Gurt durchrutscht oder der Gurtstraffer zu spät greift.
Auch solltest du prüfen, ob du mit deiner Kleidung ordnungsgemäß am Verkehr teilnehmen kannst. Erschweren dir Schal oder Jacke beispielsweise den Schulterblick, solltest du darauf besser verzichten.

Motor springt nicht an – was tun?

Zu den wohl ärgerlichsten Dingen, die einem Autofahrer passieren können gehört es, dass der Motor nicht mehr anspringt. Passiert das gerade auch noch im Winter, ist das natürlich besonders unangenehm. Als wahrscheinlichste Ursache dafür ist zumeist eine schwache Batterie auszumachen. Bei strenger Kälte ist die Leistungsfähigkeit der Batterie eingeschränkt. Startest du dein Auto und beanspruchst die Batterie nun noch mehrfach durch das Anschalten mehrerer Verbraucher, entlädt sie sich natürlich rascher. Läuft der Motor, werden diese zwar dann von der Lichtmaschine versorgt, allerdings bleiben durch Sitzheizung & Co. Weniger Ressourcen zum erneuten Aufladen der Batterie übrig.

Ist die Batterie in Ordnung, kann auch das falsche Motoröl Verursacher von Startproblemen sein. Damit die Mechanik des Motors gut schmiert, sollte die Viskosität im Winter geringer sein. Zwar wird es auch bei strengen Minusgraden nicht steif oder gefroren, doch verdickt es sich, wird zähflüssig und macht dem Anlasser somit Probleme, den Motor richtig in Schwung zu bringen. Für europäisches Klima solltest du zu einer niedrigen Viskosität greifen; 0W30 bis 0W40 sind passend.

Wenn es gar nicht mehr anders geht, wird eben der Lada zum Kettenfahrzeug umfunktioniert (nicht zum Nachahmen empfohlen).

Das Auto verbraucht mehr

Wenn du den Spritverbrauch deines Autos regelmüßig überprüfst, wirst du sicher schon festgestellt haben, dass du im Winter mit mehr Kosten rechnen musst. Besonders wenn du relativ viele kurze Strecken zurücklegst, wird sich dieser Umstand bemerkbar machen. Zum einen liegt es ganz einfach daran, dass der Motor bei niedrigen Temperaturen länger braucht, bis er auf seine Betriebstemperatur und somit den effizientesten Verbrauch kommt. Gute fünf Kilometer musst du zurücklegen, bis dieses Level erreicht ist.

Tipp: Warmlaufenlassen bleiben lassen

Vielen Autofahrern ist es oft gar nicht bewusst, doch das Warmlaufenlassen vor dem eigentlichen Losfahren ist verboten. § 30 (1) der Straßenverkehrs-Ordnung legt fest: „Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen […]“.


Zum anderen nutzen wir im Winter einfach mehr Elektronik im Auto. Dies beginnt schon vor dem Losfahren. Scheiben- und Außenspiegelheizung helfen schnell beim Enteisen und die Sitzheizung macht die Kälte doch gleich viel erträglicher. Dass all diese Leistungen letztendlich aus dem Kraftstoff gewonnen werden, ist uns beim Einschalten nicht immer bewusst. Damit du den Verbrauch deines Autos auch im Winter bequem im Auge behältst, bietet dir PACE die Möglichkeit des Benzinkosten-Trackings. So behälst du deine Ausgaben immer im Blick und bemerkst schneller, wenn sich signifikante Änderungen einstellen.

Das Winter-Workout für deinen Wagen

Mit der Vorbereitung deines Wagens auf den Winter solltest du bereits im Oktober loslegen. Hier startet nämlich offiziell die Winterreifen-Saison! Zwar schwören manche Autofahrer auch auf ihre Ganzjahresreifen (sofern sie ein Schneeflockensymbol aufweisen), allerdings sind diese bei weitem nicht so zuverlässig, wie ein richtiger Winterreifen. Die Reifentypen unterscheiden sich in ihrer Gummierung sowie in ihrem Profil. Bedenke, dass alle vier Reifen deines Wagens zusammengenommen eine Aufstandsfläche haben, die der Schuhgröße 44 entspricht. Auf diesem kleinen Areal müssen deine Reifen im Durchschnitt nicht nur 1,5 Tonnen tragen, sondern diese auch effizient abbremsen können!

Der Test zeigt: Winterreifen bremsen eindeutig besser!

Beim Auto Winter-Checkup darfst du jedoch auch das Innere deines Wagens nicht vergessen. Frostschutz in der Scheibenwaschanlage und im Kühler lassen sich schnell selbst erledigen. Damit deine Türen nicht zufrieren, behandele die Gummidichtungen einfach mit einem handelsüblichen Lippenpflegestift. Das darin enthaltene Fett hält die Oberfläche zudem schön geschmeidig.

Check: Autowinter-Grundausrüstung

  • Eiskratzer, Enteiserspray & Handfeger

  • Wolldecken

  • Abdeckfolie (Windschutzscheibe)

  • Starthilfekabel

  • Handschuhe

  • je nach Region: Schneeketten