Es wird langsam wieder Zeit, die Winterreifen aus dem Sommerschlaf zu befreien und die Zacken am Eiskratzer zu zählen: der Herbst kommt! Doch neben wunderschönem buntem Laub kommen auch Nebel, Glätte und rutschige Straßen auf uns zu. Autofahren im Herbst kann sehr anstrengend sein, schenke deswegen diesen Gefahren besondere Beachtung!

Eicheln, Kastanien & Stürme – wer zahlt?

Auch wenn die Kinder sich noch so sehr über schöne braune Kastanien freuen – für Autofahrer kann der falsche Parkplatz unter einem Baum ziemlich teuer werden. Im Jahre 2009 entschied das Oberlandesgericht Hamm, dass Autobesitzer für Schäden durch herabfallende Baumfrüchte selbst aufkommen müssen. In dem entsprechenden Fall (Az. 4 O 350/02) klagte ein Autobesitzer auf 1.897,93 Euro Schadenersatz von der Kommune, zu der der betreffender Baum gehörte. Die Klage wurde abgewiesen, da diese ihre „Verkehrssicherungspflicht mit den vorgenommenen baumpflegerischen Maßnahmen entsprechend der Anforderungen der Rechtsprechung erfüllt“ habe. Ein Fahrzeughalter ist nach der Ansicht des Gerichtes nämlich durchaus in der Lage zu erkennen, ob der Baum, unter welchem er parkt, viele Früchte trägt.

Da es sich bei diesem Fall zudem um ein vorhersehbares Ereignis handelt (es ist nämlich Herbst), wird auch die Kasko-Versicherung nicht für diesen Schaden aufkommen. Deine Teilkasko würde erst einspringen, wenn ein Sturm ab Windstärke acht oder mehr den Schaden verursacht hat. Wichtig ist es hier, die Teilkasko in Anspruch zu nehmen, da diese für Schäden aufkommt, für die der Halter nichts kann. Ein weiteres Plus: es gibt in dem Fall auch keine Höherstufung.

Glätte, Nebel & Wild – wo wird’s gefährlich?

Wichtig bei schlechten Wetterverhältnissen ist es nicht nur, sich vorsichtig fortzubewegen, sondern auch dafür zu sorgen, dass andere Autofahrer einen sehen. Dass du bei Laub und Dreck auf der Straße bedachter fahren musst, weißt du aus eigener Erfahrung. Kannst du dich aber noch daran erinnern, ab welcher Nebelkonsistenz du deine Geschwindigkeit begrenzen und die zusätzlichen Scheinwerfer anmachen musst?

Da Nebelschlussleuchten circa 30 Mal heller sind als das normale Rücklicht, ist deren Einsatz gesetzlich vorgeschrieben. Ansonsten bestünde schlichtweg die Gefahr, dass hinter dir fahrende Autos geblendet würden. Die Straßenverkehrsordnung schreibt deswegen vor, dass die Nebelschlussleuchten „[…] nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 m beträgt.“ (StVO § 17 Absatz 3). Beachte, dass hier keine Aussage darüber getroffen wird, ob du inner- oder außerorts unterwegs bist. Schließlich wird niemand bei solch schlechten Sichtverhältnissen auf einer Landstraße mit 80 km/h unterwegs sein, da auch ständig Wild die Straße überqueren könnte.

Zwar weisen Verkehrsschilder auf die bekannten Wanderpfade der Tiere hin, dennoch kam es allein im Jahr 2014 zu fast einer Viertelmillion Wildunfälle, wie vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. berichtet wird. Die Dunkelziffer muss allerdings höher angesetzt werden, da viele Unfälle, beispielsweise mit Dachsen oder Füchsen, nicht immer gemeldet werden. Im Interesse des Tieres sowie des Autofahrers sollte deswegen immer eine Meldung an die Polizei erfolgen. Selbst, wenn das Tier von allein aufsteht und den Unfallort verlässt, ist eine Meldung wichtig. So kann der Förster verstärkt auf krank anmutende Tiere achten.

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