Im Volksmund hat sich die Entfernungspauschale als Pendlerpauschale eingebürgert. Davon zu unterscheiden ist in jedem Fall die Kilometerpauschale, welche für Dienstreisen anzusetzen ist. Sie zählt somit auch nicht zu einer Reisekostenabrechnung, sondern findet bei deiner privaten Versteuerung Berücksichtigung.

Wer hat Anspruch?

Da sowohl Arbeitnehmer als auch Selbständige Kosten aufwenden müssen, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen, mindert dieser Weg das Einkommen. Bei Berufspendlern, die täglich weite Wege mit dem Auto auf sich nehmen, kommen da schnell hohe monatliche Beträge zusammen. Um diese Belastung zu mindern, kannst du deswegen diese Strecken steuerlich geltend machen – und das lohnt sich!

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Es ist dabei vollkommen egal, wie du deinen täglichen Arbeitsweg beschreitest. Ob Auto-, Bahn- oder Fahrradfahrer, ja auch Fußgänger können die Pauschale für sich geltend machen! Der einzige Haken an der Sache ist, dass du lediglich einen Weg pro Tag geltend machen kannst. Fährst du also beispielsweise jeden Tag zwei Mal mit der Bahn und legst dabei eine Strecke von 80 Kilometern zurück, zählen diese Kilometer nur ein Mal.

Wie berechnet sich die Pendlerpauschale?

Grundsätzlich zählt der kürzeste Weg zwischen deiner Wohnung und deiner Arbeitsstätte. Über den Falk Routenplaner oder ViaMichelin kannst du die Entfernung anhand der Adressen genau ermitteln. Wichtig ist dabei, dass nur volle Kilometer gezählt werden. Beträgt die Entfernung 9,9 Kilometer, kannst du also nur die vollen 9 geltend machen.

PACE Tipp:

Probiere ruhig mehrere Kartendienste zur Ermittlung deines tatsächlichen Arbeitsweges aus. Die vorgeschlagenen Routen können sich mitunter um wenige Kilometer unterscheiden, was am Ende des Jahres einen nicht unerheblichen Betrag ausmachen kann. Möglicherweise entdeckst du so auch andere Routen, an die du sonst nicht gedacht hättest!

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Ein normales Jahr wird mit durchschnittlich 220 Arbeitstagen angesetzt. Hast du mehr gearbeitet, lohnt es sich natürlich, dies noch einmal durchzuzählen. Bedenke dabei jedoch, dass du dies auf Verlangen auch nachweisen können musst. Tage, an denen du krank warst oder aufgrund einer Fortbildung nicht in deiner Arbeitsstätte warst, musst du davon natürlich auch noch abziehen.

Du bekommst das Geld nicht vom Finanzamt monatlich ausgezahlt, sondern machst den Betrag mit deiner Steuererklärung geltend. Die berechnete Summe wird dir nicht direkt erstattet, sondern von deinen Jahreseinnahmen abgezogen. Das bedeutet, dass du am Ende weniger Steuern zahlen musst.

Hand in Hand: Pendlerpauschale & Verpflegungsaufwand

Bist du für deine Tätigkeit täglich über 8 Stunden unterwegs, kannst du zusätzlich auch noch den Verpflegungsaufwand geltend machen. Das bedeutet, dass du dir pro Tag 12 Euro für deine Verpflegung anrechnen lassen kannst. Bei durchschnittlich 220 Arbeitstagen bedeutet das einen Betrag von 2640 Euro! Diese können zu der Pendlerpauschale addiert werden, wodurch schnell eine sehr hohe Summe entsteht.
Pro Jahr rechnet dir das Finanzamt einen pauschalen Betrag von 1000 € Werbungskosten als Arbeitnehmerpauschbetrag an. Diese Summe ist bereits abgegolten und wird von der von dir ermittelten Summe abgezogen.

Beispielrechnung:

Ø 220 Arbeitstage pro Jahr x 50 Km Entfernung x 0,30 € = 3.300 €

  • Plus 2640 € Verpflegungsaufwand = 5940 €
  • Minus 1000 € Arbeitnehmerpausch = 4940 €!

Abhängig davon, wie hoch dein Bruttoeinkommen pro Jahr und deine steuerliche Belastung sind, kannst du damit rechnen, dass du von diesem Geld ungefähr auch eine vierstellige Summe vom Finanzamt wiederbekommen wirst.

Bitte bedenke, dass dieses Beispiel dir nur verdeutlichen soll, dass sich das genaue Nachrechnen für deine Pendlerpauschale wirklich lohnt. Es gibt noch viele Ausnahmen und Sonderregelungen in diesem Bereich, die du möglicherweise für dich geltend machen kannst!

Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe erklärt das Prinzip Pendlerpauschale

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