Bei Geschäften rund ums Auto ist für Trickbetrüger ein schneller Euro zu machen. Wir haben die gängigsten Tricks der Kfz-Gangster zusammengetragen und sagen dir, wie du dich vor Betrug beim Autokauf schützen kannst.

Kennst du dieses mulmige Gefühl, wenn ein Autohändler dir das Blaue vom Himmel verspricht? Gut, denn es schützt dich vor Abzocker-Tricks – eigentlich. Die Kriminellen werden sowohl beim Autoverkauf als auch beim Kauf immer dreister. Deshalb warnen mittlerweile sogar die großen Kfz-Verkaufsportale vor Autobetrügern.

Drei Menschen stehen vor einem Auto Nicht veräppeln lassen: Beim Autokauf und -verkauf immer einen Zeugen oder eine Zeugin mitnehmen. Foto von Clem Onojeghuo auf Unsplash

Wenn du ein Auto kaufen oder verkaufen willst, dann solltest du die folgenden Ganoven-Tricks kennen, um nicht drauf hereinzufallen:

1. Vorauszahlung mit dem Treuhand-Trick

Unter einer gefälschten Identität bittet der Auto-Betrüger den potentiellen Fahrzeugkäufer um einen Vorschuss oder sogar den kompletten Kaufbetrag. Oft soll dieses Geld an einen (ebenfalls falschen) Treuhänder überwiesen oder gleich in bar gezahlt werden. Das häufige Ergebnis: Das Geld ist weg, vom Auto keine Spur.

Um nicht in diese Falle zu tappen, informiere dich immer ausführlich über die Identität des Autoverkäufers, begutachte das Auto vor Ort und nimm dir zu allen Terminen stets einen Zeugen mit.

2. Teure Rückrufnummern

Besonders bei den allseits bekannten Fahrzeugkauf-Kärtchen am Autofenster ist Vorsicht geboten. Sollte eine 0900er-Nummer als Rückrufnummer angegeben sein, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Autobetrüger.

3. Kfz-Schadenersatzforderung

Eine gängige Masche ist das „reservieren lassen“ eines inserierten Autos inklusive schriftlicher Vereinbarung. Danach meldet sich der potentielle Käufer sehr lange nicht beim Verkäufer, auch nicht auf Nachfragen.

Erst nach einiger Zeit – das Auto ist dann längst an jemand anderen verkauft worden – taucht der potentielle Käufer plötzlich wieder auf und will den Wagen haben. Sobald dann klar ist, dass das Auto bereits weg ist, flattert prompt die Schadenersatzforderung ins Haus.

Hier kommt es darauf an, was genau mit dem Kaufinteressenten vereinbart wurde. Wenn der Wortlaut eurer Kommunikation zwar eine verbindliche Zusage zum Verkauf, nicht aber einen festen Zeitraum für die Abwicklung vorsieht, kann es tatsächlich etwas heikel werden.

Unser Tipp: Sicherere dich stets durch eindeutige, detaillierte Kommunikation inklusive gesetzter Deadlines ab und zahle auf fadenscheinige Forderungen erst einmal kein Geld.

4. Plötzliche Mängel

Nach dem Kauf eines Autos kreiden kriminelle Käufer oft Mängel an, die bei der Besichtigung, der Probefahrt und dem Kauf noch gar nicht da waren. Sie tun dies natürlich, um nachträglich den Preis zu drücken.

Hier hilft eine einfache Vertragsklausel, um Autobetrügern das Handwerk zu legen: „Das Fahrzeug wird wie besichtigt und unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft“. Du kannst dir für einen „wasserdichten“ Kaufvertrag auch Vordrucke aus dem Internet herunterladen.

Laut Gesetz kann der Käufer den Verkäufer nur bei ausdrücklichen Garantiezusagen oder aber bei nachweisbarer Arglist – etwa dem bewussten Verschweigen eines Unfalls – haftbar machen.

Mann lehnt über offener Motorhaube eines Autos Die sorgfältigste Prüfung nützt nichts, wenn die Sachmängelhaftung nicht ausgeschlossen wurde. Foto von Elvis Bekmanis auf Unsplash

5. Scheckbetrug

Dieser Trick ist zunächst gar nicht so leicht zu durchschauen: Du verkaufst dein Auto und bekommst vorab einen ausländischen Scheck dafür. So weit, so gut. Leider hat der Autokäufer aber aus Versehen eine viel höhere Summe auf den Scheck geschrieben.

Sobald du ihn auf seinen Fehler aufmerksam machst, bittet er dich, ihm den Differenzbetrag netterweise einfach auf sein Konto zu überweisen. Du ahnst es schon: Der Scheck leider gefälscht oder nicht gedeckt. Also sei klug und überweise niemandem Geld, ohne ganz sicher zu sein.

6. Überfall beim Autokauf

Eine weniger intelligente Methode, dich um dein Geld zu bringen, ist rohe Gewalt. Oft werden verlockende Auto-Schnäppchen angeboten, um möglichst viele Interessenten anzulocken, die dann schlichtweg beim verabredeten Treffen ausgeraubt werden.

Ein krimineller Autoverkäufer macht sich generell verdächtig, wenn er im Erstkontakt eher anonym daherkommt. Keine Festnetznummer, kein Telefonat, keine oder nur schlecht gepflegte Profile, nur Kontakt über eine gratis E-Mail-Adresse, Treffpunkt an einem neutralen, abgelegenen Ort.

Das Risiko eines Diebstahls besteht natürlich auch für den Fall, dass du dein Auto verkaufen willst. Hier kann es passieren, dass der Wagen von einer Testfahrt nicht mehr zurückkommt. Lasse am besten fremde Leute niemals mit deinem Auto allein durch die Gegend fahren.

Probefahrt im Auto Auch bei der Probefahrt ist Vorsicht geboten: So mancher Interessent ist schon mit einem Auto einfach abgedampft. Foto von David Emrich auf Unsplash

7. Der Transportgebühren-Trick

Wenn sich jemand aus dem Ausland auf dein Auto-Inserat meldet und vorgibt, dein Fahrzeug kaufen zu wollen, ist generell etwas Vorsicht geboten.

In einigen Fällen wurden in der Vergangenheit „Transportkosten“ ins jeweilige Land geltend gemacht, die im Voraus überwiesen werden sollten. Daraufhin kam dann leider der Autokauf nicht zustande und die Vorab-Zahlung von mehreren Hundert Euro war verloren.

8. Der Standgebühren-Trick

Selbiges gibt es auch mit teuren Standkosten, die ein Zwischenhändler von dir verlangen kann, der nach eigenen Aussagen bereits den perfekten Käufer für dein Auto gefunden hat. Spoiler: Hat er nicht. Er will nur dein Geld.

Zahle bei einem Autoverkauf weder Probefahrtpauschale, Fahrzeugreinigung, noch Standgebühr oder Transportkosten. Schließe keine Verträge mit Agenten oder Käufern, die außer dem Kaufpreis des Autos noch andere Beträge im Vertrag verankern wollen.

9. Tacho-Manipulation

Der ADAC bezeichnet die Manipulation von Tachos bereits als Volkssport. In der Tat ist es relativ einfach, die Kilometerzahl in einem Auto zurückzudrehen. Um beim Autokauf nicht über den Tisch gezogen zu werden, lasse dir stets ein paar Unterlagen vorlegen. Hilfreich sind Haupt- und Abgasuntersuchungen, Scheckheft und andere Dokumente (auch Ölwechsel-Aufkleber).

Auch in Reparatur-Rechnungen werden oft Tachostände notiert. Vielleicht kann auch der Vorbesitzer helfen (steht im Fahrzeugbrief).

10. Sachmängelhaftung des Händlers wird umgangen

Beim Autokauf gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen einem Privatverkäufer und einem professionellen Händler: Der in Punkt 4 erwähnte Ausschluss der Haftung für Sachmängel ist einem gewerblichen Händler nicht erlaubt. Deshalb setzen viele Händler einen „Strohmann“ ein, der als privater Verkäufer auftritt und ihre Ware unters Volk bringt.

Wenn du dir diesen Nachteil nicht gefallen lassen willst, dann lasse dir vor dem Kauf den Fahrzeugbrief des Autos zeigen. Wenn der Vorbesitzer des Kfz nicht mit dem auftretenden Verkäufer übereinstimmt, ist das verdächtig.



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