Ob einen Jahreswagen, einen günstigen Winterwagen oder einen Wagen für die tägliche Pendelei zur Arbeit; wenn du dir ein Auto gebraucht kaufen möchtest, solltest du dir im Klaren sein, welche Ansprüche du hast und welche Aspekte dir besonders wichtig sind. Als nächstes solltest du genau prüfen, welche Kompromisse du notfalls bereit bist einzugehen. Schließlich ist ein Gebrauchtwagen ein nicht mehr konfigurierbares Einzelstück.

Würdest du dich beispielsweise auch mit einem Kleinwagen zufriedengeben, der eine bessere Ausstattung hat und trotzdem günstiger ist, als ein Mittelklassemodell?
Der Gebrauchtwagenkauf muss gut vorbereitet werden, sofern du dich an einen Händler wendest. Doch wie sieht eine solche Vorbereitung aus? Wir haben die wichtigsten Schritte zum erfolgreichen Gebrauchtwagenkauf für dich zusammengefasst und geben dir Tipps, wie du ordentlich Geld sparen kannst!

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1. Was genau brauche ich?

Noch bevor du dir Gedanken darüber machst, welche Marke es denn werden soll, prüfe, was deine Anforderungen an den Wagen sind. Überlege dir genau, ob du einen großen Kofferraum brauchst, ob ein Diesel sich lohnt oder auch, auf welche Extras du nicht verzichten kannst. Deine Bedürfnisse sollten im Mittelpunkt stehen, sodass du möglichst wenig Kompromisse eingehen musst.

2. Auto gebraucht kaufen: Händler oder privat?

Gebrauchtwagenhändler haben selten einen guten Ruf. Manipulationen und Tricksereien einiger schwarzer Schafe haben hier leider den Ruf einer ganzen Branche ruiniert. Der Kauf von privaten Verkäufern ist in den letzten Jahren auch Dank diverser Online-Portale immer beliebter und populärer geworden. Dabei ist das Risiko, hier einen schlechten Kauf zu tätigen, viel größer.

Wendest du dich an einen gewerblichen Verkäufer, hast du die Sicherheit, für einen bestimmten Zeitraum auch eine Gewährleistung oder sogar eine Garantie auf deinen Gebrauchtwagen zu haben. Diese Möglichkeit ist bei einem privaten Kauf fast immer ausgeschlossen. Sollte also beispielsweise nach einem Monat der Motor einen Schaden haben, trägst du die Last nach einem Privatkauf allein und hast nur in äußerst seltenen Fällen den Anspruch auf eine Entschädigung.

Andererseits kannst du bei privaten Veräußerungen kräftig sparen. Je besser du dich mit der Materie auskennst, desto eher hast du die Chance, auf Verkaufsportalen auch ein echtes Schnäppchen zu machen. Die meisten Anbieter sind hier auch bereit, über den Preis zu verhandeln, sodass noch ein paar Euro mehr für dich herauszuholen sind. Eine Übersicht, über die Preise gängiger Modelle findest bei beim ADAC sowie auch bei einem Online-Gebrauchtwagenrechner

Gebrauchtwagenhändler haben dagegen einen ziemlich festgesetzten Rahmen zum Verhandeln und sind zudem geschult. Rhetorische Tricks und Kniffe, die dir meistens gar nicht bewusst werden, lassen deine Verhandlungsbasis da leicht auf ein kleines Inselchen zusammenschrumpfen.

Gebrauchtwagen-Spitzenreiter

Welche Gebrauchtwagen wechselten 2015 am meisten den Besitzer?

  1. VW (1 541 931 Pkw)
  2. Opel (816 649 Pkw)
  3. Daimler (726 902 Pkw)
  4. BMW (642 480 Pkw)
  5. Ford (550 160 Pkw)

(Quelle: KBA)

3. Fahrzeug-Check: taugt der Gebrauchte überhaupt?

Hast du deinen Traumwagen gefunden, solltest du natürlich eine Probefahrt machen. Diese dient nicht nur dazu, dass du ein Gefühl für die Schaltung und die Beschleunigung bekommst, sondern kann auch Aufschluss über bisher unentdeckte Defekte geben. Aus diesem Grund gilt: Während der Probefahrt sollte das Radio bis auf einen kurzen Funktionstest ausgeschaltet sein. Andernfalls können Knattern oder Schleifgeräusche schnell überhört werden!

Auch solltest du die Zeit der Probefahrt nutzen und dir einen Termin bei der DEKRA oder dem ADAC für einen Gebrauchtwagen-Check besorgen. In kurzer Zeit können dir die Profis beispielsweise Stoßdämpfer, Beleuchtung und die Bremsen durchchecken. So kannst du dir sicher sein, dass du nicht die berühmte Katze im Sack kaufst.

So solltest du den Wagen erst einmal selbst unter Augenschein nehmen!

4. Vertrag aufsetzen

Bist du dir sicher, deinen Traumwagen gefunden zu haben, und hast einen Kaufpreis vereinbart, kommt die Bürokratie zum Zuge. Gewerbliche Händler haben Verträge bereits vorbereitet und du müsstest diese dann nur noch unterschreiben. Achte hier aber zumindest auf die Ausführungen hinsichtlich der Gewährleistung oder aber der Garantie! Solltest du dir unsicher sein, frage in jedem Fall nach!

Kaufst du ein Auto gebraucht, stellt der Verkäufer den Vertrag meist von sich aus. Diese sind vorgefertigt im Internet zu haben und zumeist kostenlos. Diese Verträge fallen um einiges kürzer aus als gewerbliche, da keine Gewährleistung gegeben werden muss. Aber auch hier gilt: bei seltsamen Formulierungen ruhig nachfragen und gegebenenfalls nach einem neuen Vertrag suchen, mit dem beide Seiten zufrieden sind.

Einen Musterkaufvertrag kannst du dir kostenlos bei mobile.de, beim TÜV Süd oder auch beim ADAC herunterladen.

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