Kann tanken gefährlich sein? Verträgt mein Auto Pflanzenöl? Ist montags tanken billiger? Wir erklären die größten Tankstellen-Mythen und zeigen, wie viel Wahrheit dahinter steckt.

Wer schon lange seinen Führerschein hat, denkt wahrscheinlich kaum noch darüber nach, ob er an der Tankstelle alles richtig macht. Dabei gibt es auch für alte Hasen noch etwas zu lernen. Die folgenden 10 Tank-Mythen hast du bestimmt auch mal geglaubt – oder tust du es noch immer?

1. Motor beim Tanken laufen lassen

Auto betanken an der Tankstelle

In Autoforen kursiert das Gerücht, dass es bei Fahrzeugen mit schlechtem Startverhalten sinnvoll sein kann, beim Tanken den Motor laufen zu lassen. Dieser angebliche Life-Hack fürs Auto hat aber leider einen Haken: Er ist illegal und hilft nur in sehr wenigen Fällen.

Selbst wenn wirklich die Tankentlüftung an Startproblemen nach dem Tanken schuld ist, dann solltest du eher Ventile und Benzindampfabsaugung von deiner Werkstatt überprüfen lassen, als unnötig Abgase in die Gegend zu blasen. Ansonsten riskierst du ein saftiges Bußgeld.

2. Billig-Spritpreise am Montag

PACE Drive App findet die günstigste Tankstelle

Billiger Tanken an Montagen – das ist ein Mythos aus längst vergangener Zeit. Heutzutage sind nicht nur Verbraucher, sondern auch Tankstellenbetreiber bestens vernetzt und können sich mehrmals täglich gegenseitig in die Karten schauen. Das führt dazu, dass die Spritpreise in Deutschland sich in einem sehr dynamischen Zeitverlauf auf und ab bewegen. Billig tanken kannst du vor allem in den Abendstunden zwischen 18 und 20 Uhr.

Wenn du ganz sicher sein willst, immer den günstigsten Spritpreis zu erwischen, dann besorgst du dir am besten eine Tank-App wie PACE Drive, die dir zu jeder Zeit die billigsten Tankstellen in deiner Nähe anzeigt. Die intelligente Suche innerhalb der App zeigt außerdem Öffnungszeiten, Ausstattung, alle Spritsorten, Serviceleistungen und Zahlungsmethoden an und nutzt die Google-Maps-Navigation, um dich direkt zur Tanke seiner Träume zu navigieren. PACE Drive ist kostenlos und werbefrei.

3. Schwangere dürfen nicht tanken

Dieser Tank-Mythos ist wohl aus dem Umstand heraus entstanden, dass werdende Mütter nicht im Verkaufsraum von Tankstellen arbeiten dürfen bzw. durften. An Tankstellen geht es hierbei vor allem um die Benzolemission.

Zwar ist die Benzolbelastung heutzutage fast nicht mehr vorhanden, allerdings muss der Tankstellenbetreiber dies tatsächlich erst nachweisen. So lange eine Gefährdungsbeurteilung nicht vorliegt, dürfen Schwangere nicht im Tankstellenshop beschäftigt werden.

Die Schadstoffbelastung während eines normalen Tankvorgangs ist tatsächlich so gering, dass hierbei niemand Angst um seine Gesundheit haben muss. Auch Schwangere können deshalb bedenkenlos tanken.

4. Beim Tanken Preise erhöht: Gilt der Preis an der Tafel?

Wie bereits erwähnt, ändern die Tankstellen mehrmals am Tag ihre Preise. Das kann in der Praxis dazu führen, dass du wegen eines spotbilligen Dieselpreises zur Tankstelle bretterst und sogar längere Wartezeiten in Kauf nimmst, während des Tankens dann aber ein höherer Preis auf der Zapfsäule erscheint.

Hierüber wurde sich schon viel gestritten. Eine eindeutige Rechtsprechung zum Kundenfang mit günstigen Preisen an der Tafel gibt es bisher nicht. Beim Tanken gilt tatsächlich der Preis an der Zapfsäule.

Erst in dem Moment, in dem du den Zapfhahn in die Hand nimmst und dein Auto betankst, machst du der Tankstelle ein tatsächliches Kaufangebot. Um nicht in die Preisfalle zu tappen, wirf also immer direkt vor dem Tanken noch einen Blick auf die Preisanzeige an der Zapfsäule.

5. Tanken in Polen lohnt sich

Mensch mit Hasenkostüm trägt BenzinkanisterFoto von Jordan McGee auf Unsplash

Lange Zeit haben deutsche Autofahrer in Grenzgebieten Spritztouren ins Nachbarland gemacht, um dort billig zu tanken. Die Zeiten, in denen es pauschal sparsamer war, zum Tanken nach Polen zu fahren, sind jedoch längst vorbei.

Im Januar 2019 berichteten deutsche Zeitungen darüber, dass polnische Autofahrer mittlerweile sogar zum Tanken nach Deutschland kämen, da in Vorpommern-Greifswald der Preis für den Liter Diesel günstiger war als hinter der Grenze.

Doch selbst wenn die Spritpreise in Polen wieder niedrig sind: Davon abgesehen, dass ein Umweg über das Ausland ja auch Kosten verursacht, musst du natürlich auch den Verschleiß deines Autos, eventuelle Parkgebühren, Knöllchen, Reisesnacks und andere Dinge mit einberechnen, die sich auf deinem Kurztrip summieren. Der Umwegrechner vom ACE hilft dir vielleicht, die Sinnhaftigkeit deiner Autoreise zu analysieren.

6. Pflanzenöl tanken und Geld sparen

Nein, nein und nochmals nein. Wenn du nicht gerade einen alten Trecker fährst oder ein speziell umgebautes Fahrzeug hast, dann füllst du lieber kein Rapsöl oder Sonnenblumenöl in deinen Tank. Selbst bei deinem alten Trecker ist das Tanken von Pflanzenöl aus dem Supermarkt schlichtweg Steuerhinterziehung.

Wenn du wirklich Pflanzenöl tanken willst und dein Dieselfahrzeug dafür geeignet ist, dann musst du dies auf einer der seltenen Pflanzenöl-Tankstellen (kurz: Pöl-Tankstellen) tun. Als alternativer Kraftstoff für Dieselfahrzeuge ist das Öl dann auch entsprechend besteuert. Seit 2012 liegt der Steuersatz bei 45 Cent pro Liter. Schade auch.

Übrigens: Sogar das beliebte Allzweck-Öl WD-40 wurde schon testweise in Autos gegossen – leider mit verheerenden Folgen.

7. Marken-Sprit ist besser

Ob V-Power, Ultimate 201 oder Excellium Super Plus – viele Autofahrer fühlen sich von den exotischen Kraftstoffnamen geradezu magisch angezogen. „Nur das Beste für mein Auto“, denkt sich der Kfz-Fan, dabei ist der angedeutete Mehrwert für Auto und Fahrer meist verschwindend gering.

Die Qualität von Diesel und Benzin ist in Deutschland durch das Gesetz geregelt. Ausschließlich in fernen Ländern mit nachweislich schlechter Kraftstoffqualität kann der Wechsel auf ein teureres Markenbenzin wirklich etwas bringen (nämlich dein Auto schonen).

Eine Ausnahme gibt es aber: Oldtimer-Motoren können tatsächlich von Additiven profitieren. Allerdings bist du hier besser beraten, dir die Zusätze fürs Benzin einzeln zu besorgen, anstatt dich auf mysteriöse Sprit-Mischungen zu verlassen, bei denen du nie genau weißt, was eigentlich drin ist.

Fazit: Bei modernen Autos ist kein Vorteil zu erwarten, wenn du statt zu deiner Billigtanke um die Ecke extra zu einer werbestarken Markentankstelle fährst.

8. Aus Versehen Diesel getankt? Benzin einfach ablaufen lassen

Wenn du aus Versehen falsch getankt hast, dann reicht es unter keinen Umständen, einfach mit einem Schlauch den falschen Kraftstoff aus deinem Tank zu entfernen. So schmerzhaft es auch ist: Eine professionelle Reinigung deines Kraftstoffsystems ist in den meisten Fällen die einzige Möglichkeit, dein Auto vor einem größeren Schaden zu schützen. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel „Falsch getankt“.

Übrigens ist Benzin hochgradig umweltschädlich. Lasse also keinesfalls etwas davon in den Boden sickern! Sollte beim Tanken etwas schief gehen und du verschüttest Kraftstoff, dann ist dies ein Fall für die Feuerwehr.

9. Benzin zum Diesel mischen: Guter Frostschutz?

Benzin und Diesel bitte nicht mischenFoto von Bee Naturalles auf Unsplash

Tatsächlich war es vor langer Zeit ein beliebter „Car Hack“, im Winter den Dieselkraftstoff mit etwas Benzin anzureichern, damit das Auto besser anspringt. Heutzutage lässt du lieber die Finger von solchen Methoden, denn die Hersteller warnen bei modernen Einspritzanlagen vor diesem Trick.

Der Grund: Das Benzin vermindert die Schmierfähigkeit von Dieselkraftstoffen, was die empfindlichen Einspritzanlagen schädigen kann.

10. Wasserstofftankstellen sind gefährlich

Explosion an der TankstelleFoto von Dawn Armfield auf Unsplash

Wasserstofftankstellen scheinen auch heute noch für viele Autofahrer ein rotes Tuch zu sein, und zwar nicht nur wegen der hohen Kosten für ein Wasserstoffauto. Und tatsächlich: Die Gefahr von Explosionen ist zwar gering, aber bisher nicht gänzlich gebannt.

Ein Fall in Norwegen stellte sich als Montagefehler am Hochdrucktank und nicht als Anwendungsfehler eines Tankstellenkunden heraus. Seit der Explosion gibt es neue Sicherheitsvorschriften, die solche Unglücke zukünftig verhindern sollen.

Wasserstoff bildet zusammen mit Sauerstoff ein explosives Gemisch. Da Wasserstoff aber wesentlich leichter ist als Luft, ist die Explosionsgefahr während des normalen Betriebs einer Wasserstofftankstelle ziemlich gering.