12.000 Kilometer fährt im Durchschnitt jeder Deutsche pro Jahr – Das geht nicht spurlos am Motor vorbei. Ein regelmäßiger Ölwechsel ist wichtig, damit du noch lange was von deinem Auto hast. Die PACE-Redaktion erklärt dir alles rund ums Thema Ölwechsel und wie du selbst einen vornehmen kannst.

Kannst du den Ölwechsel selbst machen oder lieber doch zur Werkstatt? Und welches Öl musst du eigentlich verwenden? Ein Ölwechsel an sich ist mit ein wenig Fingerfertigkeit schnell gemacht und spart auch noch Geld. Dennoch sind einige Dinge dabei zu beachten, damit du und dein Auto problemlos den Wechsel des Motoröls überstehen.

Ölwechsel Werkstatt

Wieso musst du überhaupt das Motoröl wechseln?

Zuallererst stellt sich natürlich die Frage, wieso du das Motoröl wechseln musst und warum so häufig?
Das Motoröl ist ein wahres Allround-Talent: Es dient zur Kühlung, Abdichtung, Reinigung, Geräuschdämpfung, Schmierung und schützt vor Korrosion.

Motoröl als…

  • Schmiermittel: Durch den Schmierfilm, der sich über die einzelnen Motorteile legt, verringert sich die Reibung, wodurch Verschleiß vorgebeugt wird.

  • Kühlmittel: Das Motorenöl nimmt die Wärme der Motor- und Getriebeteile auf, da sie dadurch sonst beschädigt werden würden. Das Öl kühlt dann im Ölbehälter ab.

  • Korrosionsschutz: Der Ölfilm legt sich über die Metallteile und lässt keine Luft an sie heran, dadurch kann keine Korrosion entstehen.

  • Abdichtungsmittel: Das Motorenöl ist wichtig zur Feinabdichtung zwischen sich bewegenden Teilen. Dadurch kann der durch Verbrennung entstandene Druck nicht entweichen.

  • Reinigungsmittel: Das Motorenöl nimmt Schmutzpartikel wie Metallabrieb oder Verbrennungsrückstände auf. Diese können sich dadurch nicht ablagern und werden beim Ölwechsel einfach mit ausgelassen.

  • Geräuschdämpfung: Das Öl dämpft Schwingungen und sorgt für eine wirkungsvolle Geräuschdämpfung.

Wenn alles wie geschmiert läuft, wieso solltest du dann das Öl wechseln? Genau wie mit vielem anderen, altert auch das Öl mit der Zeit – durch mechanische, thermische und auch chemische Beanspruchung verliert es seine Viskosität (Fließeigenschaft). Die Additive (Zusätze) werden verbraucht und Metallpartikel reichern sich im Öl an. Es kommt zu einer Verschlechterung der Schmiereigenschaft des Öls und der Verschleiß wird dadurch verstärkt.

Wie oft solltest du das Motoröl wechseln?

Es kommt auf dein Fahrzeug an, in der Regel nach 15.000 bis spätestens 30.000 Kilometern. Wie oft du dein Motoröl wechseln solltest, steht in deinem Bordbuch, ebenso die Ölsorte. Bei neueren Fahrzeugen warnt dich der Bordcomputer vor, wann du wieder einen Ölwechsel vornehmen lassen solltest.

Wenn du aber den Motor oft sehr beanspruchst z. B. indem du viele kurze Strecken fährst und im kalten Zustand auch gern in die Vollen gehst, solltest du öfter einen Ölwechsel machen. Es empfiehlt sich zeitgleich mit dem Öl auch den Ölfilter zu wechseln. Zum einen damit das neue Öl nicht mit dem alten verunreinigt wird, zum anderen weil auch der Ölfilter nicht ewig hält und z. B. durch Verstopfungen funktionsunfähig wird.

Welches ist das richtige Öl?

Vorab: Es gibt zwei Arten von Ölen, mineralische und synthetische, die beide aus Erdöl hergestellt werden. Der Unterschied ist, dass das deutlich billigere Mineralöl aus einfachen Erdöldestillaten besteht und Synthetiköle deutlich aufwendiger hergestellt werden, nämlich aus vielen unterschiedlichen Kohlenwasserstoffmolekülen. Zusatzstoffe (Additive) beinhalten beide, Synthetiköl lässt sich mit diesen aber besser kombinieren.

Synthetische Öle verfügen über bessere Schmiereigenschaften und sind temperaturbeständiger als Mineralöle. Eine etwas günstigere Alternative hierzu wären teilsynthetische Öle, die eine Mischung aus Mineralöl und vollsynthetischen Grundölen sind.

Wie schon erwähnt, findest du die Angabe, welche Art von Öl du verwenden musst, in der Betriebsanleitung deines Wagens.

Tipp: Achte immer auf die Hersteller-Freigaben auf den Ölpackungen. Wenn du keine finden kannst, dann richte dich nach den ACEA- (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) oder API-(American Petroleum Institute) Spezifikationen.

Ölwechsel

Was verbirgt sich alles hinter den Abkürzungen auf den Ölkanistern?

ACEA, 5W-40, VW 505.00 – Alles Werte, mit denen ein Laie nicht wirklich viel anfangen kann. Was bedeuten diese Abkürzungen und woher weißt du, welches Motoröl das richtige für dich ist?

  1. Achte darauf, ob eventuelle Codes vorhanden sind, die damit die Freigabe durch den Hersteller bestätigen. Beispiel: Mercedes-Benz 229.1 oder VW 505.00.

  2. Sind diese herstellerspezifischen Codes nicht vorhanden, musst du auf die ACEA- und/oder API-Spezifikationen achten.

Zum Verständnis: Es gibt die sogenannte SAE-Klassifikation, die eine internationale Einstufung ist. SAE steht für Society of Automotive Engineers und dadurch wird die Viskosität, also die Fließeigenschaft, bestimmt.

Es gibt sowohl Sommer- als auch Winteröle. Heutzutage gibt es Mehrbereichsöle, wodurch diese Aufteilung größtenteils hinfällig wird. Diese Unterscheidung stammt von früher, denn damals wurden Motoröle zu jeder neuen Jahreszeit gewechselt. Einbereichsöle werden heutzutage nur noch bei Sonderfällen eingesetzt, wie z. B. im Rennsport.

Bei Mehrbereichsölen steht zu Beginn (vor dem W) immer die Fließeigenschaft der Niedrigtemperatur, z. B. 5 oder 10. Je niedriger diese anfängliche Zahl ist umso dünnflüssiger ist das Motoröl. Dies ist besonders gut beim Kaltstart, da das Öl schneller fließt und der Motor eher vor Verschleiß bewahrt wird.

Die Zahl nach dem angefügten W wie die 40 oder 60 beschreibt das Fließverhalten bei einer Temperatur von 100 °C. Je höher diese Zahl ist, umso belastbarer ist das Motoröl bei Wärme.

Schritt für Schritt zum perfekten Ölwechsel

Es ist nicht allzu schwer, deinen Ölwechsel selbst durchzuführen und du sparst auch einiges an Geld. Was du dafür benötigst: das passende Werkzeug, Ölfilter und Dichtgummi, eine neue Dichtung für die Ablassschraube und am besten ein hochwertiges Motorenöl.

Tipp: Geh für den eigenen Ölwechsel in eine Selbsthilfe-Werkstatt, in der du dir eine Hebebühne (oder Grube) anmieten und bei Problemen auch vom fachkundigen Personal beraten werden kannst.

Schritt 1: Motor 2-3 Minuten warmfahren. Dadurch wird das Öl dünnflüssiger und kann besser abfließen. Schalte ihn danach wieder ab.

Schritt 2: Von unten an den Wagen. Am besten gelingt dir dies, wenn du dein Wagen auf eine Hebebühne stellst oder über eine Grube an den Unterboden deines Autos gelangst.
Wichtig: Das Fahrzeug muss waagerecht stehen.

Schritt 3: Öldeckel im Motorraum öffnen. Dadurch entsteht kein Unterdruck im Motor.

Schritt 4: Auffangbehälter positionieren. Stelle den Behälter unter die Ölauslassschraube der Ölwanne, damit das Altöl abfließen kann.

Schritt 5: Ölablassschraube öffnen. Benutze auf jeden Fall Handschuhe, damit du dich am heißen Öl nicht verbrennst. Du kannst hierfür auch eine Absaugpumpe benutzen.

Benzinkanister

Schritt 6: Wechsel des Ölfilters. Jetzt kannst du den Ölfilter mit einem Filterschlüssel abdrehen. Überprüfe auch, ob du den Dichtgummi des Ölfilters mit entfernt hast.

Schritt 7: Neuen Ölfilter einsetzen. Schmiere zuerst den Dichtgummi vor dem Einsetzen mit etwas Öl ein und schraube dann den Ölfilter mit der Hand fest.

Schritt 8: Ablassschraube festschrauben. Ist das ganze Altöl abgeflossen, kannst du die Ablassschraube mit einer neuen Dichtung wieder ranschrauben. Tu dies am besten mit einem Drehmomentschlüssel. Du kannst auch bei jedem Ölwechsel die Ablassschraube wechseln, dies ist aber nicht zwingend erforderlich.

Schritt 9: Neues Öl einfüllen. Benutze am besten einen Trichter. Wie viel du nachfüllen musst, steht in dem Bordhandbuch deines Fahrzeuges.

Schritt 10: Öldeckel schließen und Motor starten. Dadurch wird das neue Motoröl verteilt und der neue Ölfilter wird wieder gefüllt. Schalte ihn wieder ab und überprüfe mit einem Ölmessstab, ob die eingefüllte Menge korrekt ist.

Kosten

Ob du den Motorenölwechsel selbst durchführst oder von der Werkstatt deines Vertrauens vornehmen lässt, hängt zum einen von deinem Können ab und zum anderen auch von deinem Geldbeutel.

Was du in der Werkstatt am Ende zahlen musst, hängt von der Ölmenge, der Ölsorte bzw. dem Literpreis des Öls und der Arbeitszeit ab. Oft werden aber Pauschalpreise angeboten.

Frage im Vorfeld nach den Preisen der Motorenöle, die in der Werkstatt verwendet werden, denn diese sind meist höher als im Handel.

Tipp: Informiere dich vorab bei der Werkstatt, ob du das Öl selbst kaufen und mitbringen kannst. Dadurch kannst du bereits einen Teil der Kosten einsparen.