Uber steht für Erfolg. Fast im Blindflug hat sich das 2009 gegründete Unternehmen binnen kürzester Zeit zu einem der wertvollsten weltweit entwickelt, ein Einhorn. Wohin auch immer der Dienstleister expandieren möchte, bekommt er es jedoch mit der alteingesessenen Riege an Taxifahrern zu tun. Diese sehen in dem Share-Economy-Angebot von Uber die akute Bedrohung ihres Berufsstandes.

Infografik: Die Top 10 der Einhörner | Statista
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Ganz verübeln kann man es den routinierten Taxifahrern natürlich nicht – haben sie doch ganze Stadtpläne im Kopf und kennen die Ampelschaltungen wie kaum jemand anderes. Für dieses Fachwissen möchten die auch in bitterster Kälte in ihren Fahrzeugen harrenden Klein-Unternehmer natürlich ordentlich bezahlt werden. Besonders die New Yorker Taxi-Riege hat unter dem Trend zu leiden. Hier wurden bereits Millionen von Fahrten ohne die gelbe Flotte abgewickelt.

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Neue Studie: im Ausland lieber Taxi buchen

Eine Gruppe von Forschern rund um Dr. Anastasios Noulas hat in London den Feldversuch gewagt. Der Hochschullehrer an der Lancaster University beschäftigt sich vorrangig mit Modellen rund um die Mobilität und wollte anhand eines Versuches herausfinden, welche Vorteile Uber und Taxis konkret bieten.

Der Versuch dauerte insgesamt drei Tage an, in denen die Fahrdienstleister 29 verschiedenen Strecken absolvieren mussten. London ist eine sehr verwinkelte Stadt, was es zusätzlich erschwert, schnell korrekte Routen zu finden. Hier sind die Taxifahrer natürlich im Vorteil. Sie kennen die Stadt, sie wissen, wann wo Straßen gesperrt sind und wie die Rush-Hour am besten umfahren werden kann. Aus diesem Grund überrascht es nicht, dass Taxifahrer nur 88 % der Zeit eines Uber-Fahrers brauchten, um an das Ziel zu gelangen. Auf der anderen Seite punkten die Uber-Fahrer mit einem besseren Preis. Das gewöhnliche Taxi ist im Durchschnitt 35 % teurer, als die von Privatpersonen durchgeführten Fahrt.

Sämtliche dieser Daten nutzt Noulas, um daraus seinen eigenen Dienst zur Verfügung zu stellen: Die App OpenStreetCab bietet dir den Preisvergleich in Sekundenschnelle. Zwar bisher nur in New York und London zu haben, ist diese kostenlose App für Android und iPhone eine smarte Ergänzung für Geschäftsreise oder Urlaub. Wir warten gespannt auf den Ausbau des Services in weiteren Großstädten!

Screenshot OpenStreetCab.pngOpenStreetCab (Quelle: Screenshot)

Was macht Uber so erfolgreich?

Das Prinzip von Uber ist, dass Privatpersonen die sonst von Taxidiensten geleistete Arbeit verrichten. Wo auch immer du bist – ganz spontan per App kannst du dir so eine Fahrt buchen und zahlst sie auch gleich über dein Smartphone. Bequemer geht es nun fast wirklich nicht! Flexibilität lautet das Zauberwort, welches eine angenehme und unkomplizierte Fahrt verspricht. Immer zahlreicher werden nun auch die Services, welche Uber über das Fahren hinaus anbietet. In bereits 552 Städten wird der Dienst angeboten.

Kontroverse über Uber

In Deutschland ist der Dienst bislang nur in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf verfügbar gewesen. Als problematisch wird angesehen, dass hier Privatpersonen Dritte gewerblich transportieren, ohne über die dafür notwendigen Lizenzen und Prüfungen zu verfügen. Eine Uber-Fahrt kostete ungefähr nur 80 % des sonst gängigen Taxitarifes. Um gerichtlichen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, wurden diese auf nunmehr einen Selbstkosten-Beitrag abgesenkt. Eine Quasi-Degradierung des Services zu einer Mitfahrgelegenheit war die Folge. Ersatz soll stattdessen nun UberX liefern. Hier fahren nun keine Privatpersonen mehr, sondern Fahrer, welche über einen Personenbeförderungsschein verfügen.

Andere Länder reagierten auf den Service übrigens bei weitem drastischer. So wurde der Dienst in Spanien, den Niederlanden, Thailand und Indonesien im Jahr 2014 vollständig verboten. Städte wie New York beschränken das Wachstum des Unternehmens auf 1 % pro Jahr.