Für über 88 Prozent der Deutschen bildet der Spritverbrauch eines Autos ein wichtiges Kaufkriterium (Quelle: VuMA). Das ist nicht erstaunlich, denn die durchschnittlichen Kosten eines Pkw betragen pro Monat und Haushalt 90 Euro. Theoretisch versprochen haben die Autobauer bis zu 42 % weniger. Wie hoch sind die Kosten beim Spritverbrauch im Endeffekt nun also wirklich?

Abgas-Affäre: Forscher sehen nochmal genauer hin

Nach der unsäglichen Abgas-Affäre im Jahr 2015 fühlten sich die meisten Autofahrer in ihrem Gefühl bestätigt, dass sie von den Autobauern belogen werden. Nach Volkswagen mussten auch andere Hersteller eingestehen, dass auch sie bei den Angaben und Abgastests nicht zu 100 % ehrlich gewesen sind. Nach und nach dringen die Forscher des International Council on Clean Transportation (ICCT) immer tiefer in die Materie ein und entdecken immer neue Schummeleien. So konnten sie den Autobauern nun nachweisen, dass der Spritverbrauch der Fahrzeuge im Jahr 2016 realistisch bis zu 42 % höher liegt, als eigentlich angegeben. Was das für deinen Geldbeutel bedeutet, kannst du gern mal überschlagen.

Für die aus Deutschland stammenden Daten zeichnet das Institut die Zeitschrift Auto Bild verantwortlich, welche seit 2008 den aktuellen Verbrauch von 2000 Fahrzeugen konsequent ermittelt hat. In der veröffentlichten Studie zeigen diese allerdings noch eine viel interessantere Wahrheit. Die Abweichung zwischen den Herstellerangaben und dem realen Spritverbrauch hat sich nämlich in nur 8 Jahren verdoppelt! Betrug die Abweichung 2008 noch durchschnittlich 14 % sind es aktuell sogar 28 %!

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter zu den neuesten Enthüllungen der Forscher zum hohen Spritverbrauch

Angaben zum Spritverbrauch auf dem Prüfstand

Bevor ein Fahrzeug auf seine Abgasnorm geprüft wird, wird es vorher liebevoll hergerichtet. Die Batterie wird voll aufgeladen, Reifendrücke geprüft, zusätzliche Verbraucher ausgeschaltet und noch viel mehr… Dass im Falle der Abgas-Affäre die Autosoftware selbstständig das Anklemmen des Testmoduls erkennt, war da irgendwie die logische Konsequenz.

Offiziellen Angaben zufolge beträgt der Normverbrauch eines der meistverkauften Pkw Modelle in Deutschland 3,2 Liter auf 100 Kilometer. Diese Angaben beschreiben einen Diesel, welcher fünf Personen mit 110 PS und eingeschalteter Klimaanlage transportiert. Diese Werte gehen allerdings deutlich an den realitätsgeprüften deutschen Autofahrern vorbei. Sicherlich kann besagtes Modell solche Werte erreichen – dazu gehört jedoch das oben genannte Make-Up.

Die Hersteller räumen ein, dass die Testsituationen nichts mit dem echten Fahrerlebnis auf der Straße zu tun haben. Überholmanöver, Anfahren an der Ampel oder bergiges Terrain – übliche Fahraufgaben also – werden hier nicht mit abgeprüft. Der Spritverbrauch der Modelle basiert lediglich auf einer idealen Geraudeausfahrt.

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So kannst du deinen Spritverbrauch bequem selbst erfassen

Du vermutest, dass auch dein Wagen zu den Schummelliesen aus der ersten Reihe gehört? Dann solltest du in erster Instanz den Verbrauch deines Autos selbst protokollieren. Am einfachsten und genauesten kannst du dies mit PACE tun. Das System hat deinen Spritverbrauch über das Benzinkostentracking immer genau im Blick. Alternativen wie Stift, Zettel und Taschenrechner kannst du dann ganz einfach zu Hause lassen.


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