Spätestens beim Tankstellenbesuch wirst auch du dich wieder fragen, ob es nicht eine einfache Möglichkeit gibt, Sprit zu sparen und dabei trotzdem nicht den Spaß am Fahren zu verlieren. Moderne Autos sind bereits weitgehend auf einen geringen Verbrauch konzipiert. Die Baustelle, an der du also ansetzen musst, bist du selbst. Unsere 3 Punkte helfen dir!

1. Hinterfrage den Gebrauch deiner Ausstattung

Im Hochsommer bei angenehm kühlen 20 °C im Auto mit 160 km/h über die Autobahn brausen und im tiefsten Winter mit gewärmten Po morgens mal kurz zum Bäcker, weil es so furchtbar kalt draußen ist?

Ein modernes Fahrzeug hat viele Extras in seiner Ausstattung, die die Fahrt angenehmer und bequemer machen sollen. Wirklich notwendig sind zwar die wenigsten davon, aber dem unwiderstehlichen Charme elektrischer Fensterheber, selbstwärmender Außenspiegel oder einer Sitzheizung, ist man schnell erlegen. Jedes elektrische Gerät in deinem Auto verbraucht natürlich Strom. Dieser wiederum wird von der Lichtmaschine generiert. Über den Keilriemen erhält diese vom Motor Energie und funktioniert so wie ein Generator, der kontinuierlich während der Fahrt gespeist wird. Während der Fahrt erhöht sich nun der Drehwiderstand, den der Keilriemen überwinden muss. Demnach wird mehr Energie benötigt, welche direkt aus dem Motor stammt. Laut den Berechnungen des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-Württemberg schlagen 100 Watt, die die Lichtmaschine erzeugt, mit 0,1 Liter Kraftstoff zu Buche.
Fährst du an einem kalten Winterabend mit eingeschalteten Scheinwerfern, Sitzheizung und dazu noch wärmender Lüftung, kommen schnell 500 Watt zusammen. Pro hundert Kilometer verbrauchst du so also einen halben Liter mehr Kraftstoff. Nach Angaben des ADAC, die zu diesem Thema eigene Versuchsreihen durchgeführt haben, lassen sich für die elektrischen Verbraucher im Mittel folgende Werte auf 100 Km ansetzen:

  • mittlere Stufe der Lüftung: 171 Watt

  • Abblendlicht: 125 Watt

  • Sitzheizung: 102 Watt

  • Klimaanlage: 51 Watt

  • Lenkradheizung: 50 Watt

  • Schluss- und Nebelleuchten: 35 Watt

  • Radio: 21 Watt

  • Navi: 7 Watt.

2. Tu so, als würdest du Fahrrad fahren

Der so ziemlich häufigste Ratschlag zum Thema Sprit sparen ist der, dass du das Auto so wenig nutzen solltest, wie möglich. Das ist natürlich vollkommen richtig und das wollen wir hier auch nicht unterschlagen. Doch viel interessanter ist dabei das folgende Experiment: Tu beim Fahren mal so, als würdest du nicht in einem Auto sitzen, sondern auf deinem Fahrrad. Da ein Pkw wie von selbst fährt, vergessen wir nur allzuoft, mit den Kräften zu haushalten. Auf dem Fahrrad sieht das anders aus – schließlich ist die Antriebskraft dort unsere eigene und wir sind bestrebt, diese so optimal wie möglich einzusetzen:

  • Steigst du auf dein Fahrrad, fährst du in einem niedrigen Gang an. Sobald es geht, wirst du jedoch höher schalten, um schneller voran zu kommen.

  • Fährst du eine monotone Strecke geradeaus, tust du das im höchstmöglichen Gang. Andernfalls müsstest du ziemlich viel strampeln, was Energie kostet und dich nicht schneller voranbringt.

  • Sobald eine rote Ampel aufleuchtet, wäre es unsinnig, die Pedale weiterhin zu betätigen, da unvermeidliches Abbremsen wahrscheinlich ist.

  • Für jedes Gramm, das du mit dir herumträgst, musst du auf einem Fahrrad Energie aufwenden, um es zu bewegen. Prüfe deswegen doch einmal, was du in deinem Kofferraum mit dir täglich herumfährst. Jedes Utensil, auf das verzichtet werden kann, spart Sprit.

  • Hast du zu wenig Luft auf dem Reifen, fällt dir das beim Radfahren sehr schnell auf. Da mehr Reifenfläche den Untergrund berührt und die Reibung erhöht ist, kommst du schwerer voran. Zudem verlängert sich zusätzlich der Bremsweg, was zu gefährlichen Situationen führen kann.

3. Überdenke deine tägliche Routine

Die Profis unter den Sparfüchsen wissen es längst: Es kommt nicht nur darauf an, wann man welche Strecken fährt, sondern auch wie. Überdenke deinen täglichen Weg zur Arbeit: Ließe sich dieser vielleicht auf einem 200m längerem aber dafür verkehrsruhigerem Weg absolvieren? Wenn du den Sprit, den du aufgewendet hast, um auf 50 Km/h zu beschleunigen, länger ausnutzen kannst, statt kurz darauf vor einer roten Ampel wieder bremsen zu müssen, hast du trotz des längeren Weges viel gewonnen.
Die kraftstoffintensivsten Gänge sind der erste und der Rückwärtsgang. Bei kniffligen Parklücken werden diese am meisten beansprucht, weswegen der Spritverbrauch hier sehr hoch sein kann. Zwar sind die Strecken, die beim Parken, Rangieren oder Wenden zurückgelegt werden, verschwindend gering, allerdings muss das Auto trotzdem viel Kraft aufwenden – Kraft, die es sich aus dem Treibstoff holt. Ähnliches gilt, wenn du einkaufen fährst. Musst du dich wirklich aufwendig in die enge Lücke direkt vor dem Eingang quetschen? Parke lieber etwas abseits. Hier ist zumeist viel mehr Platz und es kommen zudem weniger Passanten vorbei, für die du vielleicht auch noch abbremsen müsstest.

Im Allgemeinen dauert es vier Kilometer, bis der Motor richtig warmgelaufen ist und er rund läuft. Bis diese Betriebstemperatur allerdings erreicht ist, verbraucht ein Auto der Mittelklasse auf den ersten tausend Metern umgerechnet 30 bis 40 Liter auf 100 Kilometer. Damit du deinen Benzin- oder Dieselverbrauch für dich am besten optimieren kannst, ist es ratsam, ein Spritspartraining zu absolvieren. Alternativ kannst du dich auch von deinem Smartphone über entsprechende Apps coachen lassen.