Parken ist ja theoretisch ganz einfach: Ankommen, abstellen, abschließen und losgehen. Dass du dabei niemanden behinderst oder gar gefährdest, ist selbstverständlich. Trotzdem widmet die StVO diesem Thema einen ganzen eigenen Paragrafen. Wir haben 10 spannende Fakten über den deutschen Parkplatz zusammen getragen, über die man nur staunen kann!

1. Parkplatzsuche in Zahlen

Im Durchschnitt sind es 10 Minuten, die ein deutscher Autofahrer braucht, um einen Parkplatz zu finden. Doch diese 10 Minuten haben es in sich! Experten schätzen, dass 1/3 des innerstädtischen Verkehrs aus Parkplatzsuchenden besteht, wobei jeder Fahrer durchschnittlich 4,5 km zurücklegt. Pro Stadtviertel ergibt das eine jährliche Strecke, mit der 14 Mal die Erde umrundet werden kann.

2. Zwei Drittel haben ihr Auto schon einmal suchen müssen

Hand auf’s Herz; wie oft musstest du schon dein Auto suchen, weil du vergessen hast, wo du es abgestellt hast? Laut einer Studie der Aachen Münchener mussten bereits zwei Drittel der Deutschen intensiver nach ihrem Gefährt suchen, weil sie schlichtweg vergessen hatten, wo sie es abgestellt haben. Den inoffiziellen Rekord hält dabei eine Neu-Berlinerin, die sich vor lauter Großstadthektik nicht mehr daran erinnern konnte, wo sie ihren Fiat vor einem wichtigen Termin abgestellt hatte. Nach fünf Wochen und der groß angelegten Suchaktion einer regionalen Zeitung kam der entscheidende Hinweis: die Tiefgarage eines Hotels. 40 Tage stand der blaue Flitzer dort. Der Hotelchef erließ ihr die Parkgebühren von 24 Euro am Tag.

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3. Halten, Parken oder Abgestellt?

Ob du noch hältst oder schon parkst, entscheidet sich nicht am Grund deines Zwischenstopps, sondern dessen Länge. Die Straßenverkehrsordnung definiert in § 12 (2):


„Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt“.

Aus verschiedenen Gründen, wie einem Führerscheinentzug oder einer langen Reise, kann es sein, dass ein Auto sogar mal für mehrere Monate nicht bewegt werden kann. Für Nachbarn und andere Anwohner kann dies zwar ärgerlich sein, jedoch ist es unter bestimmten Maßgaben nicht verboten. Zum einen muss das Auto betriebsbereit und zugelassen sein. Zum anderen darf es sich um den Stellplatz nicht um einen privaten oder kostenpflichtigen Parkplatz handeln. In jedem Fall ist es jedoch angeraten, dass eine Vertrauensperson regelmäßig nach dem Rechten sieht. Sollte nämlich eine mobile Halteverbotszone eingerichtet werden, wird das Auto auf Kosten des Halters abgeschleppt.

4. Das Lineal entscheidet: der Abstand zur Bordsteinkante

Es gibt keine generelle Vorschrift, wie weit die Reifen von der Bordsteinkante entfernt stehen dürfen. Anlehnend an den § 12 (6) der Straßenverkehrsordnung („Es ist platzsparend zu parken; das gilt in der Regel auch für das Halten“) werden 30 Zentimeter Radabstand zum Bordstein akzeptiert. Es kommt tatsächlich vor, dass Mitarbeiter von Ordnungsämtern mit Linealen durch die Straßen gehen und nach Parksündern suchen - das Bußgeld in diesen Fällen beträgt 10 Euro

5. Was kostet Abschleppen?

157 in Berlin, 22 in Düsseldorf, 20 in Kiel und 6 in Saarbrücken – sind nur einige Beispiele für die Anzahl der Autos, die pro Tag in deutschen Städten abgeschleppt werden. Die Kosten, die du für das Abschleppen deines Wagens aufbringen musst, werden von den Kommunen selbst definiert. Das Abschleppen an sich beziffert sich zwischen 70 und 100 Euro. Hinzu kommen eine Verwaltungsgebühr sowie die eigentliche Geldbuße für das Vergehen. Zudem muss unterschieden werden, wer der eigentliche Auftraggeber für das Abschleppen ist: Ob Polizei, Ordnungsamt oder vielleicht Nahverkehrsgesellschaft - auch hier können die Kosten erheblich variieren. In der Regel musst du mit 150 bis 300 Euro rechnen.

Sieben Situationen, in denen abgeschleppt wird.

6. Drum prüfe deine Parkscheibe!

Erreichst du deinen Parkplatz um 16:07 Uhr, auf welche Zeit musst du deine Parkscheibe dann einstellen? Spontan antworten viele Autofahrer bestimmt mit 16:00 Uhr oder 16:15 Uhr, jedoch ist beides falsch. Zweite Variante könnte sogar ein Extra-Knöllchen bedeuten, da die halbstündige Einteilung gesetzlich geregelt ist: 16:30 Uhr wäre demnach die richtige Einstellung. Ähnlich ist es auch mit der optischen Gestaltung der Parkscheibe. Sie muss eine vorgeschriebene Größe von 11 x 15 cm aufweisen und zudem weiß-blau sein. Vielleicht mag diese Regelung dir ein wenig pedantisch erscheinen, aber eine Online-Petition über die Zulassung anderer Farben wie Mintgrün oder Pink erreichte keine ausreichende Anzahl an Unterstützern.

7. Halten in zweiter Reihe

Mal eben anhalten und den Kumpel aus dem Auto springen lassen? Meistens überhaupt kein Problem! Vielleicht ärgert sich dein Hintermann über das für ihn unnötige Abbremsen, aber wenn nicht noch lange Bussis verteilt werden und vielleicht noch ein höflicher Dank in Form eines Handzeichens folgen, ist das Ärgernis schnell aus dem Weg geräumt. So viel zu dem Zwischenmenschlichem – auf der juristischen Ebene stellt dies bereits eine Ordnungswidrigkeit (20 Euro) dar. Noch schlimmer wird es, wenn dabei auch noch zur vermeintlich besseren Warnung die Warnblinkanlage angeschaltet wird. Überholt dich dein Hintermann und baut dabei einen Unfall, kann es auch für dich teuer werden – schließlich kann dir eine Mitschuld zugesprochen werden.


8. Parken am linken Straßenrand – wo darf ich das?

Die Straßenverkehrsordnung legt in §12 (4) eindeutig fest:


„Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, wenn er dazu ausreichend befestigt ist, sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren“.

Andernfalls musst du mit einem Bußgeld von 15 Euro rechnen. Da in solch einem Fall keine akute Gefährdung oder Behinderung besteht, ist nicht damit zu rechnen, dass direkt ein Abschleppwagen gerufen wird. In Einbahnstraßen gilt diese Regelung nicht. Hier kann, soweit vorgesehen, auf der linken sowie auch auf der rechten Straßenseite gehalten und geparkt werden. Der Hintergrund dieses Verbotes ist das Verhindern von unnötigen Rangiermanövern und die damit einhergehende Beeinträchtigung des Straßenverkehrs.

9. Quer parken mit dem Smart

Der Smart versprach bei seiner Einführung eine Revolution des Stadtverkehrs. Platzsparend, wendig und notfalls auch einmal quer soll er den Parkraum der Großstädte ideal ausnutzen können. Wenn ein handelsüblicher Pkw in einer normalen Straße nicht einmal auf der linken Seite einparken dürfe, dürfe ein Smart denn überhaupt einen Parkplatz quer belegen? Ein Smart ist knapp so lang, wie die meisten Autos breit sind: die 2,50 m würden den fließenden Verkehr demnach nicht behindern.


Tatsächlich stellte das Amtsgericht Viechtach fest: „Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist ein Querparken zulässig, wenn dies aus verkehrstechnischen Gründen, namentlich zur besseren Ausnutzung des vorhandenen Parkraums bei genügend breiter Straße zweckmäßig ist und zu keiner Gefahrerhöhung für den fließenden Verkehr führt“ (7 II OWi 605/05).


10. Der Klassiker: Frauen können nicht einparken?

Kurioserweise erscheinen fast jährlich Studien zu der Frage, ob denn Männer oder Frauen besser einparken können. Um der Faszination des Themas gerecht zu werden, ist das Ergebnis auch jedes Jahr ein anderes. Bisher waren Forschung und Populärkultur davon überzeugt, dass männliche und weibliche Gehirne anders funktionieren.

Tatsächlich verdichten sich die Hinweise, dass es nicht nur ein Schwarz/Weiß-Schema der Gehirne gibt, sondern jede Region auch noch über diverse Grautöne verfügen kann. Dieses Vorurteil ist demnach eher eine Frage der Wahrnehmung. Verpatzt eine Frau ein Parkmanöver und muss mehrmals korrigieren, bleibt dies interessanterweise länger in den Köpfen, als würde ein Mann am betreffenden Steuer sitzen.

Also Mädels; ran ans Steuer und traut euch!