Von Fürzen (VW Vento) bis zu kleinen Schwänzen (Ford Pinto) verzeichnet die Automobilgeschichte einige Fehlgriffe. Dabei ist ein wohlklingender Name durchaus wichtig für die Verkaufszahlen eines neuen Automodells. Die folgenden Kreationen machen uns vor, wie es mit Sicherheit schief geht.

Rolls-Royce Silver Mist (Shadow)

Rolls-Royce Silver Shadow
© Foto:. Copyright Rolls-Royce Motor Cars Limited

Der Silver Shadow war 1965 als Silver Mist geplant. Doch nach einem Blick ins deutsche Wörterbuch wurde der Dunst – oder eben Mist – zum Schatten.

Audi e-tron

Audi e-tron

© Foto: AUDI AG

Auf Deutsch klingt der Name, den Audi für seine Hybrid- und Elektrokonzepte gewählt hat, futuristisch: Eine Mischung aus Elektro und dem Kultfilm Tron, bei dem bunt leuchtende Lichträder durchs Bild rasen. Franzosen allerdings denken eher an den Begriff „étron“, der übersetzt „Kothaufen“ heißt – weit entfernt also sowohl von duftenden Rosen als auch zukunftsträchtigen Fortbewegungsmitteln.

Lamborghini Reventón

Lamborghini Reventón

© Foto: Automobili Lamborghini S.p.A.

Trotz offenkundiger Vorliebe fürs Spanische weckt Lamborghini mit dieser Namensgebung auf der iberischen Halbinsel sicherlich wenig Vertrauen: Denn Reventón ist nicht nur der Name eines Kampfstieres, wie es bei den Italienern Tradition ist – sondern auch das spanische Wort für „Reifenplatzer“.

Mazda Laputa

Mazda Laputa
© Foto: Mazda

Besonders pikant: Mazda tauft einen Kleinstwagen Laputa. Gut, dass der nur für den japanischen Markt vorgesehen war – denn der Spanier hätte „Die Hure“ mit Sicherheit verschmäht.

Mitsubishi i-MiEV

Mitsubishi i-MiEV
© Foto: MITSUBISHI

Erst nach fünf Jahren auf dem deutschen Markt werden dem i-MiEV (Mitsubishi innovative Electric Vehicle) die beiden „I“s weggekürzt: Anstatt wie ein durch üblen Geruch verursachter Aufschrei heißt er bei uns nun schlicht Mitsubishi Electric Vehicle.

Mitsubishi Pajero

Mitsubishi Pajero
© Foto: MITSUBISHI

Auch mit der spanischen Sprache tut man sich in Japan etwas schwer: Der Mitsubishi Pajero wird in Spanien sowie auf beiden amerikanischen Kontinenten als "Montero", oder „Jäger“, verkauft. Denn: „Pajero“ heißt auf Spanisch Wichser – und damit schießt der Geländewagen definitiv den Vogel ab.

Ford greift zweimal daneben

Ford ist leider gleich zwei Mal ins Fettnäpfchen getreten. So wird in Südamerika ein Betrunkener, ein Feigling oder auch ein Bandit als Pinto bezeichnet. In Brasilien bedeutet das Wort auch "kleiner Penis".

Für seinen "Kuga" musste sich Ford nur in Kroatien etwas schämen: denn das Wort bedeutet in der Landessprache 'Pest'.

Ford_Kuga_20090811_front.jpgQuelle: S 400 HYBRID - Eigenes Werk (own photo)

Chevy Nova

Chevrolet wunderte sich, wieso der Absatz seines Chevy Nova in Mexiko so schleppend lief. Schließlich fand das Unternehmen heraus, dass no va übersetzt so viel wie „fährt nicht“ bedeutet.

Opel Ascona

Auch Opel hatte Probleme damit, seinen Ascona in Spanien zu verkaufen. Dabei bezeichnet cona die weiblichen Geschlechtsorgane auf sehr vulgäre Weise.

Opel_Ascona_A_1974.jpgQuelle: Dieter Mueller aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Toyota "merde"

Toyota hat mit dem MR2 ein lustiges Wortspiel für Franzosen erfunden. MR2 klingt nämlich schnell auf Französisch ausgesprochen wie das Wort merde, was übersetzt einfach nur scheiße bedeutet.

VW Phaeton

Auch VW musste namenstechnisch mit seinem Phaeton buchstäblich eine Bruchlandung erleben. Phaeton war in der griechischen Mythologie nämlich ein überheblicher Knabe, der den Wagen des Sonnengottes nicht steuern konnte und deswegen eine Katastrophe universalen Ausmaßes hervorrief.

So beugen die Autohersteller vor

Um peinlichen Namenskreationen von vornherein aus dem Weg zu gehen, entschlossen sich Mercedes oder BMW dazu, ihren Modellen einfachere Bezeichnungen zu geben: A-, B- oder C-Klasse oder etwa 3er, 5er oder 7er.

Andere Hersteller beschäftigen offenbar neuerdings ganze Armeen von Sprachforschern, um nicht wieder ins Fettnäpfchen zu treten.

„Wir testen die Begriffe auf ihre Bedeutung in mindestens 17 Sprachen – regionale Dialekte kommen oft noch hinzu. Ein Name soll schließlich nicht nur in Deutschland, sondern auch international funktionieren.“

  • Martin Polland, Verantwortlich für Naming bei der Marke Volkswagen