Sie sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und provozieren durch falsches Verhalten leider immer wieder Unfälle: Fußgänger. Statistisch gesehen vergeht in Deutschland kein Tag, an dem nicht ein Fußgänger stirbt. 537 durch Unfälle verstorbene Fußgänger lautet die traurige Bilanz des Jahres 2015. Dabei sind es nicht immer die Lkws, Pkws oder Fahrradfahrer, die die Schuld an diesen Unglücken tragen. Häufig ist es ganz einfach die Unachtsamkeit gegenüber dem Drumherum.

Blitzer für Fußgängerampeln

Auch in China kennt man dieses Problem – eigentlich noch genauer als in Europa. Ganze 53 % der Unfälle in dem Land gehen zurück auf Fußgänger. Hier wird schon länger versucht, die wilden Passanten zu bändigen und auch vor obskuren Mitteln dabei nicht zurückgeschreckt. So wurden in einem Versuch bereits extra Lauf-Spuren für Smartphone-Nutzer eingerichtet, die die unaufmerksamen Teile der Herde in geordnete Bahnen lenken sollten.

shenzhen-jaywalk-3-exlarge-169.jpegUm Fußgänger zu schützen, greift die Polizei in Shenzhen auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Wer hier bei Rot die Straße überquert, bekommt eine grüne Mütze. Die chinesische Redewendung „einen grünen Hut tragen“ steht übersetzt für einen betrogenen Mann. Quelle: CNN

Eine weitere Maßnahme, den gemeinen chinesischen Fußgänger zu bändigen, wird gerade in Shenzhen in der Provinz Guangdong ausprobiert. An einem wichtigen Verkehrsübergang wurde eine Ampel mit einer Kamera ausgestattet. Läuft nun ein Passant bei Rot über die Straße, wird sein Gesicht fotografiert. Im Prinzip funktioniert diese Ampel wie ein Rotblitzer für Autos. Die Polizei erhofft sich, dass die Fußgänger diese Ampel als Einladung zur Partizipation verstünden.

Aktuell befindet sich das System noch in einem Beta-Modus. Die bisherigen Ergebnisse seien jedoch vielversprechend. Die Polizei in Shenzhen arbeitet bereits an weiteren smarten Methoden, um die Sicherheit im Verkehr noch weiter zu erhöhen.

Fußgänger-Blitzer: ein Modell auch für Deutschland?

Selbst wenn die Testphase in Shenzhen mit mit großem Erfolg abgeschlossen werden könnte, wäre dieses Modell so einfach nicht auf Deutschland übertragbar. Zwar können Autos problemlos geblitzt und identifiziert werden, dies ist aber nur möglich, da diese von einer Behörde mit einem amtlichen Kennzeichen versehen werden. Das Gesicht einer Person mit offiziellen Daten abzugleichen, wäre ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und für Deutschland zumindest nach heutigem Stand undenkbar.