Wieso sucht das Militär nach dem Weihnachtsmann?

Am 24. Dezember des Jahres 1955 entdeckte ein Kind auf einer Werbeanzeige des Versandhauses Sears die Telefonnummer des Weihnachtsmannes! Freudig erregt rief es natürlich sofort an, um zu erfahren, ob denn seine Geschenke auch rechtzeitig bei ihm eintreffen würden. Aber enttäuscht musste es feststellen, dass am anderen Ende der Leitung kein lustiger Elf sondern Oberst Harry Shoup, der Operationsleiter am Continental Air Defense Command Operations Center (CONAD, seit 1958 NORAD), sich meldete.

santa_and_shoup.jpgQuelle: NORAD

Der Oberst wollte das Kind nicht enttäuschen und wies seine Mitarbeiter an, über das Radar nach einer roten Zipfelmütze zu suchen, die sich vom Nordpol bereits entfernen müsste. Es blieb an dem Abend nicht bei diesem einen Anruf und so war die Tradition des Weihnachtsmann-Verfolgens seitens des amerikanischen Militärs geboren.

Wie das Weihnachtsmann-Tracking funktioniert

Unter der Nummer +1 877 556-5211 kann sich jedes Kind nach dem aktuellen Aufenthaltsort des Weihnachtsmannes erkundigen. Unzählige Freiwillige besetzen am 24. die Telefone und geben direkt Auskunft darüber, wo sich der Weihnachtsmann gerade aufhält. Mittlerweile kann auch über das Internetradio der Civil Air Patrol die Route genau nachverfolgt werden.

volunteers.jpgQuelle: NORAD

Militärisches Hightech für fröhliche Kinderaugen

Zur genauen Bestimmung des Aufenthaltsortes des Weihnachtsmannes nutzt NORAD die moderne militärische Ausrüstung. Das Radarsystem wird dann kurzzeitig nicht für den Schutz des nordamerikanischen Luftraumes genutzt. Die 47 Installationen passen dann genau auf, wann Santa den Nordpol verlässt, um den Kindern die Geschenke zu bringen. Über das Satellitensystem wird dann die Route genau verfolgt. Die Satelliten erkennen Wärmequellen und können diese gezielt verfolgen. Rudolphs rote Nase nützt also nicht nur dem Weihnachtsmann, sondern auch NORAD beim orten des Schlittens.

Als dritte Methode werden seit 1998 zusätzlich die NORAD SantaCams, Hightechhochgeschwindigkeits-Kameras, an verschiedenen Orten der Welt installiert. Für eine Stunde im Jahr sorgen sie dafür, dass die Kinder auch tatsächlich sehen können, wenn der Weihnachtsmann es mit seinem Schlitten nun auch zu ihnen geschafft hat.

faq6.jpgQuelle: NORAD

Zum besonderes Highlight über dem amerikanischen Luftraum werden zusätzlich auch noch Düsenflugzeuge eingesetzt:

„Als letztes verwenden wir NORAD Kampfflieger. Kanadische NORAD-Piloten fliegen den CF-18 von Neufundland aus, um den Weihnachtsmann in Nordamerika zu begrüßen. Dann begleiten andere CF-18 Kampfflieger an verschiedenen Orten in Kanada den Weihnachtsmann. Im amerikanischen Luftraum verwenden amerikanische NORAD Kampffliegerpiloten entweder F-15-, F-16- oder F-22-Flieger, um den Weihnachtsmann und seine berühmten Rentiere – Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und Rudolf – zu begleiten. Auch wenn der Weihnachtsmann schneller als jedes Kampfflugzeug fliegen kann (er bremst ein bisschen ab, damit wir ihn begleiten können), können alle diese Systeme zusammen genommen bei NORAD ein kontinuierliches Bild von seiner Position liefern.

Falls du zu den Zweiflern gehörst, die meinen, dass es den Weihnachtsmann nicht mehr gibt, dann besuch doch einfach mit deinen Kindern das Santa-Tracking von NORAD. Die glänzenden Kinderaugen werden dir schnell klarmachen, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt – über 60 Jahre Flugdatenauswertung können nicht falsch liegen!


Major General Christian Drouin, Kommandand der Kanadischen NORAD-Region erklärt seinen Job an Heiligabend

Was hat NORAD über den Weihnachtsmann herausgefunden?

Der Weihnachtsmann freut sich jedes Jahr über die Begegnung mit den Düsenjets. Aber darüber hinaus kennen die Experten der NORAD den Flugkurs des Weihnachtsmannes leider nur recht ungenau. Er bewege sich leider viel zu schnell fort, sodass nur die grobe Angabe über die Kontinente ermittelt werden konnte: „Historisch gesehen besucht der Weihnachtsmann also zuerst den Südpazifik, dann Neuseeland und Australien. Danach macht er sich auf den Weg nach Japan, Asien und Afrika, und dann sind Westeuropa, Kanada, die USA, Mexiko, Mittel- und Südamerika an der Reihe.“ (NORAD).

Besonders spannend sind hierbei natürlich auch die Angaben über den Schlitten, den NORAD ermitteln konnte:

schlittendaten.pngQuelle: NORAD

P.S. Als nettes Feature der NORAD Santa-Tracking-Site wird schöne Hintergrundmusik geliefert, die passende Weihnachtsmusik spielt.